"Atlantis"-Astronauten : Arbeiten im Weltall

Zwei US-Astronauten der Raumfähre "Atlantis" haben ihren ersten Weltraumspaziergang unternommen. Joe Tanner und Heide Stefanyshyn-Piper begannen mit Arbeiten am Äußeren der Internationalen Raumstation ISS.

Houston - Die beiden Astronauten kehrten nach sechseinhalbstündigen Arbeiten an der ISS in die Station zurück, wie die US-Raumfahrtbehörde Nasa am Dienstag mitteilte. Es war der erste von drei geplanten Arbeitseinsätzen, bei denen in den kommenden Tagen vor allem zwei neue Sonnensegel an der ISS angebracht werden sollen. Die Atlantis war am Montag mit 16 Tonnen Baumaterial an Bord an der ISS angekommen.

Die beiden Astronauten brachten bei ihrem Arbeitseinsatz unter anderem verschiedene Stromleitungen und Anschlüsse für zwei neue Module an der ISS an. "Die Arbeiten sind schwieriger als im Wasserbecken", sagte Stefanyshyn-Piper, die einzige Frau unter den Atlantis-Astronauten. Die Astronauten hatten sich vor dem Raumflug in einem riesigen Wasserbecken der Nasa auf ihre Arbeit vorbereitet, in dem die Bedingungen dem Weltall so ähnlich wie möglich waren. Am Morgen waren die beiden Sonnensegel mit Hilfe von Roboterarmen aus dem Transportraum der Atlantis zur Raumstation transportiert worden.

Bei zwei weiteren "Weltraumspaziergängen" sollen die restlichen Arbeiten erledigt werden. Am Mittwoch sollten Dan Burbank und der kanadische Astronaut Steve McLean die ISS zum Arbeiten verlassen. Nach Angaben der Nasa sind es die umfassendsten Arbeiten seit Bestehen der fast acht Jahre alten Station. Die tonnenschweren neuen Sonnensegel sollen die Stromleistung der ISS verdoppeln. Letztendlich sollen sie der Raumstation ein Viertel der Energie liefern. Die Nasa plant weitere 15 Raumflüge, um die ISS bis 2010 fertigzustellen.

Die Atlantis hatte wie vorgesehen am Montag an der ISS angekoppelt. Ursprünglich hätte die Raumfähre schon Ende August abheben sollen. Der Start musste aber wegen eines Blitzschlags, des Tropensturms "Ernesto" und mehrerer technischer Mängel mehrmals verschoben werden. (tso/AFP)

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