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Attentat : Afrikaner in Florenz ermordet

Auf offener Straße und mitten in Florenz hat ein Mann zwei senegalesische Straßenhändler erschossen, zwei weitere Menschen wurden verwundet. Die Tat hat offenbar einen rechtsradikalen Hintergrund.

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Ein polizeibekannter Rechtsextremist hat in Florenz zwei senegalesische Straßenhändler auf offener Straße erschossen und einen dritten schwer verletzt. Auch Passanten erlitten Verletzungen.

Nach italienischen Medienberichten ist der Täter der 50-jährige Gianluca Casseri aus der toskanischen Stadt Pistoia. Er soll Mitglied der rechtsextremen „Casa Pound“ gewesen sein und mehrfach für deren Theorie-Organ geschrieben haben. Einer seiner letzten Texte beschäftigte sich mit der berüchtigtsten antisemitischen Hetzschrift, den „Protokollen der Weisen von Zion“.

Der Polizei war Casseri nach Angaben der Online-Ausgabe des „Corriere della sera“ aufgefallen, weil er mehrfach an nicht genehmigten Demonstrationen der extremen Rechten teilgenommen hatte. Die „Casa Pound“ distanzierte sich am Dienstag von Casseri. Er sei lediglich ein „Sympathisant“ gewesen.

Casseri hatte am Dienstagmorgen gezielt zwei Händler auf dem Markt der Piazza Dalmazia im Norden von Florenz erschossen und war dann mehrere Stunden lang verschwunden. Gegen drei Uhr tauchte er bewaffnet im Zentrum der Stadt auf dem Markt von San Lorenzo nahe des Doms auf. Dort schoss er weiter. Die Polizei verfolgte ihn und stellte ihn schließlich in der Tiefgarage unter dem Markt. Dabei soll er sich selbst erschossen haben. Die afrikanischen Händler von Florenz versammelten sich noch am Dienstag zu spontanen Protestdemonstrationen gegen Rassismus und Fremdenhass. Der Bürgermeister rief für Mittwoch zu öffentlicher Trauer auf.

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