Attentat : Verschleierte tötet Amerikanerin in Emiraten

In Abu Dhabi hat eine Frau eine US-Amerikanerin erstochen. Wegen ihrer Verschleierung ist die Täterin auf Videoaufnahmen nicht zu erkennen.

Bilder einer Überwachungskamera zeigen die verschleierte Täterin.
Bilder einer Überwachungskamera zeigen die verschleierte Täterin.Foto: Reuters

Die Tat geschah auf der Toilette eines Einkaufszentrums in Abu Dhabi. Videoaufnahmen zeigen die Flucht der Täterin, die zuvor eine US-amerikanische Erzieherin erstochen hat. Wegen ihrer Vollverschleierung ist sie allerdings nicht zu erkennen. Nun ist in den Vereinigten Arabischen Emiraten eine Debatte über die Gesichtsverhüllung von Frauen ausgebrochen.

Der Gesichtsschleier, auf Arabisch Nikab, stelle für die Sicherheitskräfte eine Herausforderung dar, da sie kriminelle Frauen mit verhülltem Gesicht nicht verfolgen könnten, schrieb die Zeitung "Khaleej Times" aus Dubai am Freitag auf ihrer Internetseite.

Sie wollte Chaos stiften

Nach der Tat platzierte sie laut Medienberichten eine selbst gebastelte Bombe vor dem Haus eines ägyptisch-amerikanischen Arztes. Der Sprengkörper wurde rechtzeitig entdeckt. Zwei Tage später wurde die mutmaßliche Täterin festgenommen, wie die Polizei am Donnerstag mitteilte. Nach Polizeiangaben griff die Frau ihre Opfer wegen deren Nationalität an. Sie habe Chaos stiften und die Menschen terrorisieren wollen, hieß es.

Die Mörderin trug bei der Tat außer dem Gesichtsschleier auch schwarze Handschuhe und einen langen schwarzen Überwurf ("Abaja"), eine in den Emiraten übliche Kleidung für Frauen.

Die "Khaleej Times" zitierte den sunnitischen Islam-Gelehrten Ahmed al-Kubaisi mit den Worten, der Gesichtsschleier sei für Frauen keine Pflicht und könne deshalb aus Sicherheitsgründen verboten werden.
Auch der Großmufti von Dubai, Ahmed al-Haddad, vertritt demnach die Meinung, Frauen könnten frei wählen, ob sie ihr Gesicht verhüllen. (dpa)

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