Attentat : Zwei Bomben in Barbing

Der Attentäter von Barbing in der Oberpfalz ist durch zwei Rohrbomben ums Leben gekommen. Das haben Sprengstoffexperten festgestellt.

Barbing/München (13.08.2005, 16:58 Uhr) - Nach Angaben des Landeskriminalamtes (LKA) vom Samstag hatte der 67 Jahre alte Münchner Ingenieur einen Sprengsatz am Auto seines Rivalen bereits angebracht und wollte gerade den zweiten deponieren, als beide Rohrbomben detonierten. Eine DNA-Analyse soll die Identität des Täters mit letzter Gewissheit nachweisen.

Mit dem fehlgeschlagenen und für ihn selbst tödlichen Mordanschlag wollte sich der 67-Jährige offenbar von Eifersucht angetrieben an einem 66 Jahre alten Mann rächen. Dieser sei mit einer 55-jährigen Hausfrau aus München liiert, die zuvor die Lebensgefährtin des Münchners gewesen sei, teilten die Fahnder mit. Zur genauen Aufklärung wurde eine «Sonderkommission Barbing» gebildet.

Bei groß angelegten Suchaktionen in Barbing und München hatten die Fahnder am Freitag sechs weitere Sprengsätze und dazugehörige Bauteile gefunden. Im Labor des LKA soll untersucht werden, welchen Sprengstoff der 67-Jährige für seine Bomben verwendet hat, sagte LKA- Sprecher Dieter Karlowsky. Woher der Münchner das Baumaterial und den Sprengstoff für seine Bomben hatte, sei noch unklar. Auch woher der Ingenieur die Bauanleitung und das Wissen über den Bombenbau hatte, müsse noch untersucht werden.

Zwei vom Täter am Haus des 66-Jährigen in Barbing angebrachte Bomben waren am Freitag von Spezialisten kontrolliert zur Explosion gebracht worden. In der Münchner Wohnung des 67-Jährigen und in einem Schuppen im Hinterhof wurden insgesamt vier Rohrbomben gefunden. An beiden Orten waren mehrere Häuser evakuiert und rund 850 Menschen in Sicherheit gebracht worden. Bei einer Durchsuchung des Autos des Täters sowie der Wohnung der 55 Jahre alten Hausfrau wurden keine weiteren Sprengsätze gefunden. Auch an einem zweiten Auto des angefeindeten 66-Jährigen in Regensburg fanden die Ermittler keine Bomben. (tso)

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