Welt : Au revoir, Concorde

Der Überschalljet landet am Samstag zum letzten Mal in Paris

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Paris (sah). „Concorde, wir lieben dich“ – das riesige Plakat flattert schon seit einem Monat im Eingangsbereich des Pariser Flughafens Charles de Gaulle im Wind. Doch wenige Minuten vor dem letzten Abflug des Superflugzeugs in Richtung New York können viele Mitglieder der „ConcordeFamilie“ ihre Rührung nicht mehr verbergen. Stewardessen, Piloten und Techniker weinen, umarmen sich oder lachen stolz, einige formen Siegeszeichen. Air France stellt den Betrieb der Concorde ein, und ganz Frankreich verabschiedet sich von einer Legende der Luftfahrt.

Die Concorde überquerte am Freitag ein letztes Mal den Atlantik von Paris nach New York. Am Samstag fliegt sie zurück und wird auf dem Flughafen der französischen Hauptstadt ausrollen. Die bequemste, schnellste, allerdings auch teuerste Flugverbindung zwischen Frankreich und Amerika wird dann Geschichte sein: Dreieinhalb Stunden Luxus für 7000 Euro in 18 Kilometern Höhe. Mit Hummer-Salat, Krabbenschwänzen, getrüffelter Gänseleber und Champagner, schneeweißen Seidenkissen und Cashmere-Decken. Die 270-köpfige Concorde-Service-Crew wird sich nach anderen Jobs umschauen. Nostalgisch sind sie alle und gestehen: „Auf der Concorde hat man nicht einfach so gearbeitet, es war eine Leidenschaft.“

Das Flugzeug der Superlative durchbrach in den 27 Jahren seiner Karriere viele technische Rekorde und bot Stoff für zahllose Geschichten – romantische wie tragische. Wie die vom 25. Juli 2000, als beim Absturz einer Concorde 113 Menschen ums Leben kamen, die meisten davon deutsche Touristen. Die Maschinen wurden zunehmend anfälliger für Pannen und unrentabler – deshalb kommen sie nun im Museum. British Airways, die zweite Fluglinie mit Concorde-Maschinen, will im Oktober nachziehen.

Ginge es allerdings nur um Leidenschaft, stünde dem 60 Meter langen Flugzeug wohl noch eine lange Zukunft bevor: In den letzten Wochen zumindest standen Flugzeugliebhaber Schlange bei Charter-Gesellschaften, um einen der teuren „Adieu-Flüge“ mit der Concorde zu ergattern.

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