Welt : Auch die DDR hatte Conterganfälle

Erfurt - Das Schlafmittel Contergan hat laut „Thüringer Allgemeine“ auch in der DDR zu geschädigten Kindern geführt. Mindestens zehn Fälle im Osten seien zur Entschädigung anerkannt worden, berichtete die in Erfurt erscheinende Zeitung am Dienstag. Die Fälle, unter anderem in den Thüringer Städten Erfurt und Gera sowie im sächsischen Plauen lägen dem Bundesverband Contergan-Geschädigter vor, sagte dessen Vorsitzende Margit Hudelmaier der Zeitung. Die Tabletten seien in Westberlin erworben oder von Verwandten mitgebracht worden, sagte Adolf Winkelmann, Regisseur des ARD-Contergan-Films „Eine einzige Tablette“, der am 7. und 8. November gesendet wird. Darüber hinaus seien kirchliche Einrichtungen beliefert worden. Sowohl die evangelische Diakonie als auch die katholische Caritas können derartige Lieferungen jedoch nicht bestätigen. Vor 50 Jahren kam das Schlafmittel in Deutschland auf den Markt. Es löste einen der größten Medizinskandale aus. Weltweit kamen 10 000 Kinder, davon 5000 in Deutschland, mit Missbildungen zur Welt. dpa

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