Welt : Auf die Plätze, fertig, Los

Nach der Ölpest boomt in Spanien die Weihnachtslotterie

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Madrid (dpa). Auf die Ölpest folgt an der spanischen Atlantikküste das Lotteriefieber. In den Fischerdörfern, deren Strände seit dem Untergang des Öltankers „Prestige“ drei Mal von der „schwarzen Flut“ heimgesucht wurden, werden die Verkaufsstellen des Andrangs kaum Herr. „Man reißt uns die Lose förmlich aus den Händen“, berichtet die galicische LosVerkäuferin María Jesús Siaba in Muros. „Mir müssen jeden Tag Nachschub aus Madrid bestellen.“ An diesem Sonntag ist der große Tag, dem die Spanier seit Wochen entgegenfiebern. Dann werden die Glückslose der Weihnachtslotterie gezogen, der größten Lotterie der Welt. Dass ausgerechnet die unter der Ölpest leidende Region Galicien dabei einen solchen Lotterie-Boom erlebt, hat einen einfachen Grund. Viele Glücksspieler gehen davon aus, dass es auf der Welt so etwas wie eine ausgleichende Gerechtigkeit gibt. Das heißt: Wo das Unglück besonders groß ist, sollte früher oder später auch das Glück zuschlagen. Es herrscht der Aberglaube, dass in einer Gegend, die von einer Katastrophe heimgesucht wurde, die Chancen auf den „Dicken“ („El Gordo“), wie man den Hauptgewinn nennt, besonders günstig sind.

Für die Spanier ist Weihnachten ohne Glückslose nicht vorstellbar. In diesem Jahr gaben sie die Rekordsumme von 2,4 Milliarden Euro für Lose aus. Jeder Spanier, ob jung oder alt, „investierte“ im Durchschnitt 60 Euro in sein Losglück.

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