Welt : Aus der Traum vom Himmel über Paris

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Der Himmel über Paris wird ab heute um eine Attraktion ärmer sein: Nach monatelangem Rechtsstreit muss der Betreiber, Marcel Campion, den Betrieb seines Riesenrades an der Place de la Concorde einstellen. Und das, obwohl ganz Paris und die meisten Touristen in die glitzernde Attraktion mitten in der französischen Metropole regelrecht verliebt waren, ausgenommen die Bewahrer der wahrhaftigen Lehre von Architektur und Stadtgeschichte.

Ihnen nämlich ist die Kirmesattraktion, die seit 1999 das Ende der Prachtstraße Champs Elysées ziert, seit ihren Anfängen ein Dorn im Auge. Warum ? Weil das Rad den Blick auf die historische, weltberühmte Achse zwischen dem Arc de Triomphe, dem Pariser Triumphbogen, und der Place de la Concorde, entlang des Louvre, verschandelt. Tut es auch, argumentierten zornig die Befürworter des Riesenrades, führten aber gleichzeitig ins Feld, dass das überdimensionale Karussel, vor zwei Jahren anläßlich der Jahrtausendfeier aufgestellt, inzwischen zum Publikumsliebling geworden ist, sowohl bei den Einheimischen als auch bei den Paris-Besuchern - nicht zuletzt wegen des einmaligen Blicks auf ganz Paris war das Riesenrad mit einem Radius von 60 Metern beliebt, eindrucksvoller als von allen anderen Aussichtspunkten, der Eiffelturm und Sacré Coeur eingeschlossen.

Zu den Puristen, die schon lange ein schnelles Ende des Riesenrades herbeisehnen, gehörte nun leider auch der neue Pariser Bürgermeister, Bertrand Delanoë. Seit seiner Amtsübernahme im März 2001 hat der Sozialist etliche unpopuläre Projekte umgesetzt, darunter drastische Einschränkungen für den privaten Autoverkehr in der Innenstadt, den Kampf gegen Hundekot und nun eben den Abbau des Riesenrads.

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