Welt : Aus gutem Haus

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Köln (dpa). In Deutschland zeichnet sich nach Experten-Einschätzung seit einigen Jahren wieder ein Trend zur Großfamilie ab.

„Es fällt auf, dass es wieder schick wird, viele Kinder zu haben“, sagt die Trend- und Zukunftsforscherin Christiane Friedemann, Geschäftsführerin des Zukunftsinstituts im hessischen Kelkheim, in einem dpa-Gespräch. „Einerseits gelten mehr Kinder als neues Statussymbol, andererseits als Lebenszweck.“ Dabei falle die so genannte neue Luxus-Familie mit häufig vier bis sechs Kindern und hohem Einkommen auf, in der alle nötigen Dienstleistungen von außen eingekauft würden. Friedemann wies aber darauf hin, dass es sich bei der neuen „Luxus-Familie“ um eine noch recht kleine Gruppe handele. Nach wie vor sei das klassische Modell die Zwei-Kind-Familie, die durchschnittliche Kinderzahl liege bei 1,4 Kindern.

Aber: „Immer häufiger fällt die Entscheidung zwischen keiner Familie, einer Mini-Familie mit einem Kind oder eben der kinderreichen Großfamilie.“ Als neue „Luxus-Familie“ bezeichnet die Forscherin „Menschen, die über das nötige Einkommen verfügen, um sich eine große Familie leisten zu können, ohne sich um alle tagtäglich anfallenden Arbeiten kümmern zu müssen.“ Stundenweise werden Babysitter, Kindermädchen, Putzfrau oder Gärtner beschäftigt. „Ein solcher Haushalt ist eine komplexe Organisation, die wie jede andere auch ein gutes Management benötigt.“ Meist übernehme die Mutter die Rolle der Familien-Managerin.

Als weitere Großfamilien nennt Friedemann die Drei-Generationen-Familie, in der die Großeltern vor allem bei der Kinder-Betreuung mithelfen, sowie die „Patchwork-Familie“, in der Sprösslinge aus verschiedenen Ehen und Partnerschaften zusammen lebten. Derzeit gebe es insgesamt rund drei Millionen dieser verschiedenen Großfamilien- Modelle. Schon 2010 würden es voraussichtlich rund 5 Millionen sein.

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