Ausbildungslücke : Pilot bricht Landung ab

Kurz bevor das Flugzeug aus England in Paris bei dichtem Nebel aufsetzen soll, meldet sich der Pilot zu Wort: "Es tut mir leid, aber ich bin zum Landen nicht ausgebildet" und kehrt mit den verblüfften Passagieren nach Cardiff zurück.

LondonWeil er trotz 30-jähriger Flugerfahrung seine Ausbildung zur Landung im dichten Nebel noch nicht ganz abgeschlossen hatte, ist der Pilot einer britischen Billigfluglinie kurz vor der Ankunft wieder umgekehrt. Zur Überraschung der Passagiere ertönte während des Anflugs auf den Pariser Flughafen Charles de Gaulle plötzlich über die Lautsprecheranlage die Stimme des Flugkapitäns: "Es tut mir leid, aber ich bin zum Landen nicht ausgebildet", dann flog die Maschine nach Cardiff zurück.

Eine Sprecherin der Billiglinie Flybe verteidigte am Donnerstag die Entscheidung des Piloten. Dieser fliege erst seit kurzem Maschinen des Typs Bombardier Q400 und habe sein Training für deren Landung unter schwierigen Bedingungen noch nicht abgeschlossen. "Wir unterstützen seine Entscheidung voll und ganz", sagte sie.

Cassandra Grant dagegen kann die Geschichte immer noch nicht glauben. "Hätte ich nicht selbst in der Maschine gesessen, dann würde ich das glatt für ein Märchen halten", sagte die 29-Jährige, die ein Bewerbungsgespräch in Paris verpasste, der Zeitung "South Wales Echo". Ein Vertreter der Zivilluftfahrt dagegen hielt den Fall für "ungewöhnlich, aber nicht einzigartig". Er erinnerte daran, dass es Einstufungen je nach Flugzeugtypen gibt: "Wird ein Typ dann heraufgestuft, kann es passieren, dass die Piloten, die bisher mit der alten Version geflogen sind, komplett neu geschult werden müssen". (ah/AFP)

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