Welt : Ausgerutscht – erfroren

-22 Grad – Deutschland erlebte die kälteste Nacht

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Ganz viel Schnee. In vielen Teilen Deutschlands, wie hier in Bayern, stürmten Kinder mit ihren Schlitten die Hügel und Berge. Foto: dapd
Ganz viel Schnee. In vielen Teilen Deutschlands, wie hier in Bayern, stürmten Kinder mit ihren Schlitten die Hügel und Berge....Foto: dapd

Der Mann mit dem Schneeschieber kam in Querfurt bei Halle in Sachsen-Anhalt den entscheidenden Moment zu spät. Mitten in seiner frühmorgendlichen Arbeit vor der örtlichen Sparkasse stieß er in einer Schneewehe auf eine im Schnee liegende Person. Die beiden konnten sich noch kurz verständigen, ehe der Anwohner den Mann in die Vorhalle der Sparkasse schleppte. Hier rief er den Notarzt, der aber trotz aller Reanimierungsversuche nicht mehr helfen konnte. Der 62-jährige Mann, bei dem es sich nach Auskunft der Polizei um keinen Obdachlosen handelte, starb an Unterkühlung. Da er äußerlich keine Verletzung aufwies, wird als Ursache ein tragischer Unglücksfall vermutet. Vermutlich ist der Mann nur ausgerutscht und liegen geblieben. Er ist der erste Kältetote dieses Winters im Osten.

Mit Temperaturen bis zu -22 Grad erlebte Deutschland von Donnerstag auf Freitag die kälteste Nacht seit Einbruch des Winters.

Auf der Autobahn A 24 Hamburg-Berlin geriet bei Pritzwalk ein 26-jähriger Fahrer eines Kleintransporters auf glatter Fahrbahn ins Schleudern und krachte in mehrere Autos. Er erlitt dabei tödliche Verletzungen. Auf der A9 bei Weißenfels in Sachsen-Anhalt prallte ein 57-jähriger Mann mit seinem Bitumenlaster ungebremst auf das Ende eines Staus. Zwei Stunden dauerte die Befreiung des schwer verletzten Mannes aus seiner Fahrerkabine. Ihn hatte wohl die tief stehende Sonne geblendet. Überhaupt wurden die meisten Sperrungen auf Autobahnen und Bundesstraßen wie schon am Tag zuvor durch Lastwagen ausgelöst. „Es kracht allerorten“, hieß es vom Lagezentrum der Polizei in Potsdam. So durchbrach ein 40-Tonner auf der Autobahn A 13 nach Dresden zwischen Bestensee und Groß Köris die Mittelleitplanke und blockierte beide Fahrtrichtungen. Seine Bergung zog sich stundenlang hin. Auf dem westlichen Berliner Ring fuhren zwischen Leest und Phöben mehrere LKW ineinander.

Bei der Bahn kam es weiterhin zu teilweise erheblichen Verspätungen. In Cottbus fielen Züge am Morgen sogar ganz aus. Aus Angst vor Bäumen, die unter der Schneelast auf die Gleise stürzen könnten, wurden die ICE-Züge von Berlin nach München in Thüringen umgeleitet.

An der Ostseeküste in Mecklenburg- Vorpommern hat sich die Lage beruhigt. Starker Sturm hatte am Donnerstag viele Straßen auf Rügen und auf Usedom unter Schneewehen verschwinden lassen. Auch gestern ruhte auf Rügen in einigen Orten der Busverkehr. Zeitweilig musste wegen zu hoher Windstärken sogar der Fährverkehr nach Hiddensee eingestellt werden. Der NDR-Meteorologe Thomas Globig schließt ein rasches Zufrieren der Ostsee nicht aus. „Die Temperaturen in der mittleren See liegen so niedrig wie lange nicht zu diesem Zeitpunkt“, sagte er.

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