Welt : Ausnahmezustand in Washington

Eine Frau durchbricht die Barrikaden des Weißen Hauses – nach einer Verfolgungsjagd wurde sie offenbar getötet.

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Die Angst läuft mit. Die Menschen in der Umgebung des Kapitols versuchen sich nach dem Vorfall in Sicherheit zu bringen. Der Sitz von Senat und Repräsentantenhaus wurde für mehr als eine halbe Stunde abgeriegelt. Foto: Mandel Ngan/ AFP
Die Angst läuft mit. Die Menschen in der Umgebung des Kapitols versuchen sich nach dem Vorfall in Sicherheit zu bringen. Der Sitz...Foto: AFP

Auf einmal fielen Schüsse. Mitten in der Hauptstadt der USA. Mitten im Washingtoner Machtzentrum, wo sich am Donnerstag alle noch mit dem Government Shutdown in Folge des Haushaltsstreits beschäftigten. Doch dieses Thema geriet gegen 14.30 Uhr (Ortszeit) völlig in den Hintergrund. Eine Verfolgungsjagd hatte da im Weißen Haus und im Kongressgebäude einen Sicherheitsalarm zur Folge gehabt. Nach Polizeiangaben versuchte eine Frau in einem schwarzen Wagen eine Absperrung am Weißen Haus zu durchbrechen, anschließend raste sie mit hoher Geschwindigkeit zum Kapitol. Dort fielen Schüsse, offenbar wurde die Verdächtige getroffen und getötet. Ein Polizist wurde verletzt. Der Sitz von Senat und Repräsentantenhaus wurde zeitweise abgeriegelt.

Über die Hintergründe der Tat wurde bis zum späten Abend nichts bekannt. Dass es sich dabei um einen terroristischen Akt handelte, schloss die Polizei jedoch aus. Alles deute auf einen „isolierter Einzelfall“ hin, sagte Polizeichef Kim Dine nach dem Vorfall am Donnerstag in der US-Hauptstadt. „Es wurden möglicherweise Schüsse abgefeuert“, sagte Dine.

Menschen schrien auf der Straße, weil sie bei dem Crash erst einen Unfall vermuteten, berichtete ein Augenzeuge. 20 bis 30 Polizeiautos hätten sofort die Verfolgung aufgenommen. Sie führte bis zum Washingtoner Kapitol, wo sich Demokraten und Republikaner in diesen Tagen eine heiße Debatte über den Haushalt liefern.

Medien hatten zuvor von Schüssen am Kapitol berichtet. Eine Unbekannte hätte versucht, die Barrikaden am Weißen Haus mit dem Auto zu durchbrechen und sich anschließend eine Verfolgungsjagd mit der Polizei geliefert, die am Kapitol endete. Die Polizei vermutet, eine Frau habe am Steuer am gesessen und ein Kind auf der Rückbank gehabt. Die Fahrerin sei getötet worden, berichtet der TV-Sender MSNBC. In einer ersten Pressekonferenz bestätigte Polizeichef Dine, dies aber nicht. Wie überhaupt viele Einzelheiten des Zwischenfalls zunächst unklar blieben.

Bei der Verfolgungsjagd rammte die Verdächtige in einem schwarzen Auto den Angaben zufolge ein Polizeiauto. Dabei sei ein Polizist verletzt worden, so dass er zur Behandlung ins Krankenhaus gebracht werden musste, sagte Dine. Schusswunden habe aber kein Beamter erlitten. Wegen des Zwischenfalls wurde das Kapitol, der Sitz von Senat und Repräsentantenhaus, für mehr als eine halbe Stunde abgeriegelt. Auch die Straßen rund um das Kongressgebäude wurden abgesperrt, Politiker und Mitarbeiter wurden aufgefordert, das Gebäude nicht zu verlassen und Fenstern fernzubleiben. Sowohl am Weißen Haus als auch am Kongressgebäude sei die Lage inzwischen „unter Kontrolle“, sagte Dine kaum eine Stunde nach dem Beginn der Verfolgungsjagd.

Am Kapitol wurde der schwarze Pkw schließlich von der Polizei in die Zange genommen, wie Bilder des TV-Senders Fox News zeigen. Vor und zurück manövrierte die Fahrerin und rammte dabei auch ein Polizeiauto, während Beamte mit gezogener Waffe um ihren Wagen stehen. Sechs bis zwölf Schüsse fallen mit Handfeuerwaffen, sagte Augenzeuge Frank Schwing. „Wir haben ungefähr vier Schüsse gehört“, sagte der Senator Bernie Sanders. Sein Kollege Roger Wicker sprach von sechs Schüssen.

Das Weiße Haus erklärte, Präsident Barack Obama sei informiert worden sei.

Erst vor drei Wochen waren nach einer Schießerei auf einer Marine-Basis in der US-Hauptstadt 13 Menschen getötet worden. Bei dem Täter handelte es sich damals um einen 34 Jahre alten, geistig gestörten Einzeltäter. Über die Frau, die sich am Donnerstag den Weg ins Weiße Haus gebahnt haben soll, ist noch nichts Genaueres bekannt. mit AFP/dpa

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