Ausstellung : Zu Plastik erstarrt: Erste Tier-Schau von Hagens'

Der weltweit erste plastinierte Elefant ist am Donnerstag im saarländischen Zoo Neunkirchen enthüllt worden. Die 3,2 schwere Elefantenkuh Samba ist Star einer neuen "Körperwelten"-Schau des umstrittenen Plastinators Gunther von Hagens.

Hagens
Gunther von Hagens posiert an der plastinierten Elefantenkuh "Samba". -Foto: ddp

NeunkirchenDie neue Ausstellung von Gunther von Hagens, "Körperwelten der Tiere", wird am Freitag (19. März) im Zoo Neunkirchen eröffnet. "Wir heben mit dieser Ausstellung die Tieranatomie auf ein neues Niveau," sagte Hagens bei der Vorstellung der Sonderschau am Donnerstag in Neunkirchen. Hier gebe es kein "Würdeproblem" wie bei humanen Plastinaten, denn die Tiere, die gezeigt würden, wären sonst als "Abfall" verarbeitet worden.

In der von Hagens und der Kuratorin Angelina Whalley konzipierten Ausstellung werden auf einer Fläche von rund 700 Quadratmetern mehr als 100 Exponate gezeigt, darunter 15 plastinierte Ganzkörper verschiedener Tiere. Vermittelt werden detailgenaue Blicke unter die Haut der Präparate. Nervensysteme, Knochenbau und die Muskulatur von Tieren wie beispielsweise Elefant, Braunbär, Kalmar, Giraffe, Strauß und Gorilla können so nachvollzogen werden.

Unter den Exponaten finden sich auch zwei Elefanten, die einst dem Zoo Neunkirchen gehörten: Der Tierpark spendete Samba und Chiana nach deren Tod dem Plastinator. Die Elefantenkuh Samba gilt mit ihren 3,2 Tonnen als größtes Plastinat der Welt. Wenn der Kadaver des Tieres nicht plastiniert worden wäre, wäre er in der rheinland-pfälzischen Tierkörperbeseitigungsanstalt gelandet, sagte Zoodirektor Norbert Fritsch. Seinen Angaben zufolge hat der Zoo von Hagens inzwischen auch noch die Kadaver zweier Leoparden, eines Kamelhengstes und einer Baby-Giraffe übergeben.

Für die indische Elefanten-Dame Samba ist es eine Rückkehr nach fünf Jahren. Nach Sambas Tod hatte der Zoo Neunkirchen das Tier dem Plastinator geschenkt. In einer Fabrik von Hagens im chinesischen Dalian wurde der 6 mal 3,50 Meter große Koloss in etwa 64 000 Arbeitsstunden für rund 3,5 Millionen Euro präpariert.

Die Ausstellung ist vom 19. März bis zum 2. Mai im Zoo Neunkirchen zu sehe. Wo und wann die als Wanderausstellung geplante Show in Deutschland noch gezeigt wird, steht bisher nicht fest. Den Organisatoren zufolge könnte sie jedoch zuerst weiter in die USA ziehen, wo der Zoo in San Diego bereits Interesse bekundet habe. (ddp/dpa)

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