Welt : Australien: Dingos greifen erneut Menschen an

Drei Tage nach dem tödlichen Angriff australischer Wildhunde auf einen neunjährigen Jungen hat ein weiterer Dingo auf demselben Campingplatz zwei britische Rucksacktouristen angefallen. Die beiden Touristen erlitten bei dem Vorfall auf der Insel Fraser Biss- und Kratzwunden, wie der Ministerpräsident des Bundesstaates Queensland, Peter Beattie, am Sonnabend erklärte. Ungeachtet der Proteste von Aborigines und Naturschützern erschossen Wildhüter auf Fraser unterdessen weitere Wildhunde, darunter auch den für den Angriff am Donnerstag verantwortlichen.

Dingos hatten am Montag einen neunjährigen Jungen getötet und dessen Bruder verletzt. Die beiden wolfsgroßen Tiere wurden bereits kurz danach erlegt. Bis zum Sonnabend wurden mindestens 28 Wildhunde geschossen. Ein Gericht lehnte einen Einspruch gegen die von Ministerpräsident Beattie angeordnete Tötungsaktion ab.

Ein Führer der Ureinwohner, John Dalungadalee Jones, und der Naturschützer Lyndon Schneiders reagierten enttäuscht auf die Gerichtsentscheidung. "Der Dingo ist unser Bruder. Wie würden Sie sich fühlen, wenn 30 ihrer Brüder umgelegt würden?" fragte Jones. Schneiders erklärte, bei der Aktion werde ein Großteil der Dingo-Population der Insel zerstört, die als die weltweit reinblütigste gilt. "Es ist tragisch, dass ein Kind sein Leben verloren hat, aber ich glaube nicht, dass darauf in dieser Form reagiert werden muss", sagte Schneiders. Das Gericht erklärte, die Sicherheit von Besuchern auf Fraser müsse sichergestellt werden.

Die Behörden wollen nach der Tötung von 30 Wildhunden ihr weiteres Vorgehen überdenken. Der Staat hat weitere Abschüsse nicht ausgeschlossen. Insgesamt leben auf der Insel rund 200 Wildhunde. "Kinder sind wichtiger als Dingos, und ich werde von der Tötungsaktion nicht abrücken", erklärte Regierungschef Beattie. Auf Fraser vor der Ostküste Australiens ist es in der Vergangenheit wiederholt zu Dingo-Attacken gekommen. Im Februar 1999 wurde ein deutscher Tourist angefallen, zuvor war ein drei Jahre altes Mädchen aus Norwegen gebissen worden. Touristen beachten häufig nicht die Sicherheitshinweise. Weil sie die Tiere füttern, haben diese ihre Angst vor den Menschen verloren und greifen an.

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