Australien : Schlag gegen internationalen Kinderporno-Ring

Das hat selbst die Profis von der Polizei geschockt: Videos auf denen Kinder stundenlang gequält werden. Zum Teil sind die Kinder erst ein Jahr alt. Nach monatelangen Ermittlungen hat die australische Polizei jetzt 19 Personen festgenommen.

SydneyNach einjährigen Ermittlungen hat die australische Polizei 19 mutmaßliche Mitglieder eines internationalen Kinderporno-Rings festgenommen. Zu den gefassten Verdächtigen gehörten auch ein Polizist und ein Anwalt im Ruhestand, teilte die Polizei am Donnerstag mit. Bei den Razzien in den Bundesstaaten New South Wales, Victoria und Queensland seien mehr als 15.000 Videos und 500.000 Fotos von Kindesmissbrauch sichergestellt worden. Die misshandelten Kinder waren laut Polizei zum Teil gerade einmal ein Jahr alt. "Die bei diesem Einsatz beschlagnahmten Videos gehören zum Schlimmsten, was wir gesehen haben", sagte Ermittler Andrew Colvin. In einigen Fällen habe sich die Quälerei über mehr als zwei Stunden hingezogen.

Die australische Polizei ermittelte nach eigenen Angaben drei weitere Verdächtige. Für Ende der Woche wurden weitere Festnahmen erwartet. Dem Kinderpornoring gehören den Angaben zufolge insgesamt mehr als 200 Menschen in mehr als 70 Ländern an. Bei den Opfern handelt es sich laut Polizei um Kinder aus allen Teilen der Welt, darunter Brasilien. Die Ermittler in Australien waren durch einen Hinweis der brasilianischen Polizei auf die Spur des Kinderporno-Rings gebracht worden.

Colvin warnte die Produzenten und Abnehmer von Kinderpornographie, die Polizei werde "dieses abscheuliche Verbrechen weiter bekämpfen". "Wenn wir nicht heute an Ihre Tür klopfen, dann könnte es morgen passieren", fügte der Ermittler hinzu. Nach Erkenntnissen der australischen Polizei wird Kinderpornographie insbesondere aus Ländern in Osteuropa sowie in Nord- und Südafrika verbreitet. Die Videos und Fotos werden demnach über private Netzwerke ausgetauscht, um zentrale Internetserver zu umgehen. (bai/AFP)

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