Australien : Zwei verschüttete Bergleute gerettet

In einer spektakulären Rettungsaktion sind nach zwei Wochen zwei verschüttete australische Bergleute aus einem Stollen in einem Kilometer Tiefe befreit worden. Ein dritter Bergmann war bei dem Unglück ums Leben gekommen.

Sydney - Spezialisten hatten tagelang einen 16 Meter langen Rettungstunnel zu Todd Russell (34) und Brant Webb (37) gebohrt, aus dem die beiden am frühen Dienstagmorgen (Ortszeit) unter dem Jubel erleichterter Angehöriger und Schaulustiger an die Oberfläche geholt wurden. Trotz der Enge in einem winzigen Metallkäfig, wo die beiden Zuflucht gefunden hatte, seien die Männer in «sehr guter körperlicher Verfassung», sagte ein Kliniksprecher nach einer ersten Untersuchung der Männer.

Wieder an der frischen Luft, umarmten die Kumpel am Schachtausgang der Beaconsfield-Goldmine auf der südaustralischen Insel Tasmanien freudestrahlend Familienmitglieder und Freunde. Noch im Krankenwagen gaben sie erste Interviews und dankten ihren Rettern. «Mich bringt nichts so leicht um», rief Webb. «Ein Traum ist wahr geworden», sagte der Bürgermeister von Beaconsfield, Barry Easther.

Russell und Webb waren am 25. April in der 100 Jahre alten Goldmine von der Außenwelt abgeschnitten worden, als ein leichtes Erdbeben einen Steinschlag ausgelöst hatte. Bis zu ihrer Rettung wurden sie über eine Plastikröhre versorgt und erhielten neben warmen Essen auch Decken, Kleider, Zahnpasta und sogar einen Mp3-Player.

Ein dritter Bergmann war bei dem Unglück ums Leben gekommen. Larry Knight (44) wurde am Dienstag beigesetzt, weil seine Familie bis zur glücklichen Rettung der beiden verschütteten Bergleute warten wollte. Australischen Medienberichten zufolge nahm zumindest Russell an der Trauerfeier teil.

Die Rettungsaktion gilt als beispiellos in der australischen Bergbaugeschichte. Mit schwerem Gerät hatten Spezialisten zunächst den etwa einen Meter breiten Tunnel durch das Erdreich getrieben, bis nur noch anderthalb Meter und eine extrem harte Schicht aus Quarzgestein sie von den Verschütteten trennten. Es dauerte 40 Stunden, bis die Retter das letzte Stück mit Hilfe von Handwerkzeugen und kleinen Sprengkapseln vorsichtig durchbrochen hatten. (tso/dpa)

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