Auszeichnung : Der doppelte Umweltpreisträger

Die 500.000 Euro müssen sich der Unternehmer Holger Zinke und der Universitätsdekan Ernst Ulrich Weizsäcker teilen. Denn beide haben sich für den Umweltschutz engagiert und werden dafür mit dem Umweltpreis ausgezeichnet werden.

Umweltpreis 2008
Bundespräsident Horst Köhler (r.) überreicht zusammen Hubert Weinzierl von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (l.), dem...Foto: ddp

RostockDer Träger des Deutschen Umweltpreises 2008, Ernst Ulrich von Weizsäcker, hat eine drastische Erhöhung der Energieproduktivität gefordert. "Die industrielle Revolution hat es geschafft, die Arbeitsproduktivität zu verzwanzigfachen. Wenn wir das mit der Energieproduktivität im Lauf von 100 Jahren auch hinkriegen, sind praktisch alle Umweltprobleme gelöst", sagte von Weizsäcker am Sonntag am Rande der Preisverleihung in Rostock. Der 69-Jährige wurde von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) für sein Lebenswerk geehrt.

Bundespräsident Horst Köhler forderte angesichts der weltweit stark zunehmenden Umweltgefährdungen rasches und konsequentes Handeln. Es sei "eine neue industrielle Revolution" nötig. "Es muss uns endlich klar sein: Kleine Kurskorrekturen reichen nicht", betonte Köhler. "Für die notwendigen und glaubwürdigen Veränderungen dürfen wir keine weitere Zeit mehr verlieren." Es würden Technologien und Verfahren benötigt, die es den Schwellen- und Entwicklungsländern erlaubten, besonders umweltschädliche Kapitel des Industrialisierungsprozesses in der Geschichte der Industrieländer zu vermeiden.

Der höchstdotierte Umweltpreis Europas

Zweiter Preisträger ist der hessische Biotechnik-Unternehmer Holger Zinke, laut DBU ein "Pionier der deutschen Biotechnik-Branche". Zinke und von Weizsäcker teilen sich das Preisgeld von insgesamt 500.000 Euro. Die Auszeichnung ist der höchstdotierte Umweltpreis Europas.

Von Weizsäcker gehöre mit seinem Einsatz für Umweltschutz- und Politik zu den herausragendsten Persönlichkeiten Deutschlands, begründete die DBU ihre Wahl. Er habe das Wuppertal-Institut für Klima, Umwelt und Energie als wichtigen Impulsgeber für Klimapolitik und Energieeffizienz aufgebaut. Von Weizsäcker leitet heute eine Umwelt-Hochschule in Kalifornien.

Weniger CO2 durch neues Waschmittel

Der 45-jährige Zinke gründete 1993 im hessischen Zwingenberg das Unternehmen Brain. Dort wurde unter anderem ein Waschmittelenzym entwickelt, mit dem Wäsche bei 40 statt bei 60 Grad Celsius gewaschen werden kann. So könne jährlich mehr als eine Million Tonnen des Treibhausgases Kohlendioxid in Deutschland eingespart werden.

Köhler betonte, Politik und Wirtschaft müssten an einem Strang ziehen. "Weg von fossilen Brennstoffen und hin zu erneuerbaren Energien und vor allem hin zu einer massiven Verbesserung der Energie- und Ressourcenproduktivität." Deutschland müsse sich das Ziel setzen, Technologie- und Marktführer in der Energie- und Rohstoffproduktivität zu werden.

Der Deutsche Umweltpreis wird seit 1993 jährlich von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt mit Sitz in Osnabrück verliehen. Prämiert werden vorbildliche Leistungen zum Umweltschutz. Die DBU hat eigenen Angaben zufolge seit 1991 mehr als 7000 Projekte mit einer Fördersumme von mehr als 1,2 Milliarden Euro bewilligt. (bai/dpa)

0 Kommentare

Neuester Kommentar