Auszeichnungen : Alternative Nobelpreise in Stockholm vergeben

In Stockholm sind die Alternativen Nobelpreise für dieses Jahr vergeben worden. Der nicht dotierte Ehrenpreis gehe an den Gründer des Weltsozialforums, den Brasilianer Chico Whitaker, teilte die Stiftung Right Livelihood Award mit.

Stockholm - Die anderen drei Preisträger - der US-Publizist und Friedensaktivist Daniel Ellsberg, die Inderin Ruth Manomara und die Organisation des Internationalen Poesie-Festivals im kolumbianischen Medellin - teilen sich den mit umgerechnet rund 220.000 Euro dotierten Preis.

Der 1931 geborene Brasilianer Chico Whitaker erhält die Auszeichnung "für seinen lebenslangen Einsatz für soziale Gerechtigkeit, welche die Demokratie in Brasilien gestärkt und zur Gründung des Weltsozialforums im Jahr 2000 beigetragen" habe. Whitaker setzte sich vor allem gegen die weit verbreitete Korruption in seinem Land ein.

Der US-Amerikaner Ellsberg, ein ehemaliger Pentagon-Beamter, wurde international bekannt, als er 1969 ein geheimes Pentagon-Papier im Zusammenhang mit dem Vietnam-Krieg veröffentlichte. Es belegte, dass die US-Regierung die Öffentlichkeit über den Krieg in Südostasien belogen hatte.

Die Inderin Manorama ist auf dem Subkontinent die erfolgreichste Aktivistin für sogenannte "Dalit"-Frauen, Angehörige der untersten gesellschaftlichen Kaste der "Unberührbaren". Sie gelten als vogelfrei und sind oft schlimmsten Misshandlungen ausgesetzt.

Das internationale Poesie-Festival von Medellin wurde 1991 gegründet, als die kolumbianische Hauptstadt eine der gewalttätigsten Städte der Welt war und an manchen Wochenenden dort mehrere hundert Menschen ermordet wurden. Mit öffentlichen Lesungen bewegten die Mitarbeiter und Autoren die verängstigten Einwohner dazu, wieder ein kulturelles Leben in der Stadt zu etablieren.

Der Alternative Nobelpreis, offiziell Right Livelihood Award (RLA), wird an Personen, Organisationen und Repräsentanten von Bewegungen vergeben, die sich für Menschenrechte und Umweltschutz einsetzen. Der Preis wurde 1980 vom Philatelisten, Journalisten und zeitweiligen Mitglied des Europäischen Parlaments, Jakob von Uexküll, aus dem Erlös seiner Briefmarkensammlung gestiftet.

Die Preise werden am 9. Dezember im schwedischen Parlament überreicht. (tso/ddp)

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