Welt : Autobahnrast: teuer und gefährlich

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München Bei Hygiene, moderaten Essenspreisen und Familienfreundlichkeit lassen viele Raststätten an Europas Autobahnen sehr zu wünschen übrig. Im Raststätten-Test des ADAC fielen in diesem Jahr von 62 getesteten Rastanlagen in 10 Ländern knapp ein Viertel glatt durch.

Unter den Testkandidaten waren insgesamt neun deutsche Raststätten und sechs Autohöfe. Deutschland schnitt dabei überdurchschnittlich gut ab, teilte der Autoclub mit. Testsieger wurde die Raststätte Vogtland Süd an der Autobahn Hof-Chemnitz bei Plauen in Sachsen. Mit der Note „mangelhaft“ fiel die Raststätte Stillhorn West an der Autobahn Bremen-Hamburg an der A1 durch.

„Bei 80 Prozent der Anlagen ist die Sicherheit für Fußgänger nicht ausreichend“, erklärte ADAC-Experte Robert Sauter. „32 Prozent der Rastanlagen konnten die Anforderungen an die Hygiene nicht erfüllen.“ Zudem verfügten 55 Prozent der Anlagen über keine Sitze im Außenbereich, in jeder zweiten Raststätte fehle ein Kinderspielplatz. Der Autoclub vergab zehn Mal die Note „gut“ – aber kein einziges Mal „sehr gut“. Mehr als die Hälfte der getesteten Anlagen erreichte nur ein „ausreichend“. Bei der Einzelauswertung zur Familienfreundlichkeit seien mehr als 40 Prozent der Anlagen durchgefallen.

Der ADAC betonte, dass es auch in Deutschland zum Teil noch erheblichen Verbesserungsbedarf gebe.

Schlusslicht im Ländervergleich war Großbritannien, wo sechs von acht geprüften Anlagen unter anderem wegen katastrophaler Hygiene durchfielen. Mit der Anlage „Sandbach Süd“ stellt das Land auch den Testverlierer mit der Note „sehr mangelhaft“. Anlagen in Italien fielen durch mangelnde Kinderfreundlichkeit auf: In diesem Bereich kam keiner der italienischen Betriebe über ein „mangelhaft“ hinaus. Ein Ärgernis sind auch hohe Preise: Wer auf der Autobahn für ein einfaches Mittagessen 18 Euro zahlen muss, schröpft schon mal ordentlich die Urlaubskasse.dpa

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