Babyleichen-Fund : Mutter wird Haftrichter vorgeführt

Erschütternder Fund zweier einbetonierter Babyleichen in Thüringen: Die Polizei bestätigte am Montag, in einem Keller in Altenburg zwei tote Säuglinge entdeckt zu haben.

Altenburg - Der Ehemann der 44-Jährigen und Vater der Neugeborenen hatte sich am Silvesterabend bei der Polizei selbst angezeigt. Er sagte aus, er habe Anfang und Mitte der 90er Jahre die kleinen Leichen in seinem Keller vergraben. Der Mann war am Montag wieder auf freiem Fuß. Das Paar hat noch zwei weitere Kinder.

Die Frau habe angegeben, beide Kinder jeweils im fünften Schwangerschaftsmonat verloren zu haben. Das sei aber offensichtlich gelogen, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Gera nach der gerichtsmedizinischen Untersuchung. Die Babys seien wie im neunten Monat entwickelt und lebensfähig gewesen.

Warum der Mann erst jetzt zur Polizei ging, war noch unklar. «Sein schlechtes Gewissen kann eine Rolle gespielt haben, aber auch Trennungsabsichten der Ehefrau müssen mit in Erwägung gezogen werden», sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft.

Die Polizei hatte den Keller der Doppelhaushälfte am Sonntag mit Unterstützung des Technischen Hilfswerkes untersucht. An zwei Stellen schlug der Leichensuchhund an. Aus dem Kellerboden bargen die Ermittler dort zwei Müllsäcke mit den Leichen der Babys. Die Eltern wurden in Gewahrsam genommen.

Wie und warum die Babys getötet wurden, ist noch nicht geklärt. «Mit den Ermittlungen stehen wir noch am Anfang», hieß es von der Staatsanwaltschaft. Sicher sei, dass eines der Kinder ein Mädchen war. Das Geschlecht des anderen Säuglings steht noch nicht fest. (tso/dpa)

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