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Bad Homburg : Kran stürzt auf Supermarkt - Eine Tote und fünf Verletzte

Im hessischen Bad Homburg ist am Mittwoch ein Baukran auf einen Supermarkt gestürzt. Eine Frau wurde bei dem Unglück getötet, die Bergungsarbeiten dauern noch an.

Ein Baukrank stürzte am Mittwoch in einen Supermarkt in Bad Homburg.
Ein Baukrank stürzte am Mittwoch in einen Supermarkt in Bad Homburg.Foto: dpa

Der Lärm lässt sogar die Fensterscheiben umliegender Gebäude erzittern. Es ist etwa halb zwölf mittags, als es in einem Aldi-Markt in einem Bad Homburger Gewerbegebiet einen ohrenbetäubenden Knall gibt. Aus zunächst ungeklärter Ursache kippt ein roter Baukran vom Nachbargrundstück um, durchschlägt das Satteldach des Supermarkts, auf den Kassenbereich stürzen Trümmer. Eine 46-Jährige, die sich wohl gerade mit ihren Einkäufen an der Kasse angestellt hatte, stirbt unter dem Schutt.

Neben dem Markt will ein IT-Unternehmen seinen neuen Firmensitz beziehen. Drei Kräne sind auf der Baustelle im Einsatz. „Oh Gott, das ist so hoch“, hatte noch eine Angestellte in einem gegenüber liegenden Bürogebäude eines Reifenherstellers gedacht, als sie den Kranführer in seiner Kanzel beobachtete. Kurz darauf hört die Frau den Knall, der die Scheiben erzittern lässt. „Das war schrecklich, der Kranführer hat sich noch bewegt, hatte lauter Blut im Gesicht“, schildert die Augenzeugin, die ihren Namen nicht nennen möchte. Der Mann wurde bei dem Sturz aus der Kapsel geschleudert und verletzte sich nach Polizeiangaben schwer. Auch vier weitere Menschen werden verletzt.

„Ich dachte erst, ich sehe doppelt“, beschreibt eine 45 Jahre alte Angestellte aus dem Gebäude gegenüber den Moment, als der Kran zu kippen beginnt. Dann sei sie hinaus auf die Straße gelaufen. „Erst lag der Kran ruhig auf dem Dach. Dann ist er noch einmal eingesackt, die Bauarbeiter haben geschrien - das war übel. Also das war wirklich ein Alptraum. Der hätte ja auch auf unsere Seite kippen können.“ Nach Schilderung mehrerer Zeugen rennen zwischen 30 und 40 Kunden und Mitarbeiter nach dem Sturz in Panik aus dem Supermarkt heraus.

Andere kommen, um zu helfen. „Gerade um die Mittagszeit ist der Aldi super frequentiert, weil sich die Leute aus den umliegenden Firmen zu Mittag versorgen“, sagt Kirsten Ohlrogge, Pressesprecherin der Stadt Bad Homburg (Hessen). Bürgermeister Karl Heinz Krug steht sichtlich bewegt neben der Unfallstelle: „Ich bin tief betroffen, ich danke allen Einsatzkräften vor Ort“, sagt er. Erst am frühen Nachmittag können die Helfer das Gebäude betreten, weil es zuvor als stark einsturzgefährdet galt und der umgefallene Kran erst gesichert werden musste. Die Eingangstür steht noch offen, Scheinwerfer im Markt beleuchten in der einbrechenden Dunkelheit die Bergungsarbeiten. Zwischen den arbeitenden Rettungskräften mit Atemschutzmasken sind noch die gelben Aldi-Preisschilder zu sehen. Ein rot-weißes Plastikband sperrt den Markt und den Parkplatz ab.

Helfer des Roten Kreuzes kümmern sich um die geschockten Menschen, die sich zum Zeitpunkt des Unglücks in der Filiale aufhielten. Nur wenige Schaulustige stören die angespannte Betriebsamkeit. Helfer schieben die abgestellten Autos vom Parkplatz. Eine Gruppe Jugendlicher, alle Mitarbeiter des Marktes, stehen etwas abseits zusammen. Auch die, die frei haben, sind aus Sorge um ihre Kollegen gekommen, erzählen sie. Ein junger Mann hat Tränen in den Augen.

Mitarbeiter dürfen auf Anweisung des Supermarktes nichts zu dem Vorfall sagen. Wenige Stunden nach dem Unfall reagiert Aldi offiziell: „Unser Mitgefühl gilt allen Betroffenen. Darüber, wie es zu dem tragischen Unglück, bei dem ein Baukran einer benachbarten Baustelle auf das Dach unserer Filiale gestürzt ist, gekommen ist, können wir keine Auskünfte geben.“ Bauunternehmen und Bauherr äußern sich erst am Abend: „Wir sind tief betroffen über diesen tragischen Unfall.“ Man werde „selbstverständlich vollumfänglich mit den Behörden kooperieren, die nun eine Untersuchung einleiten werden, um die Ursachen des Unglücks zu ermitteln“. (dpa)

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