Baden-Württemberg : Amokdrohungen gegen Schulen

Mit schriftlichen Amokdrohungen hat ein Unbekannter versucht, mehr als 50 Schulen und Universitäten in Baden-Württemberg zu erpressen. Nach Polizeiangaben gingen am Montag zahlreiche Briefe mit einer entsprechenden Drohung und einer Geldforderung bei den Empfängern ein.

Mindestens eine Schule in Karlsruhe entschied sich daraufhin, ihren Schülern für den Rest des Tages freizugeben. Ein Schreiben soll auch an eine Schule in Nürnberg gerichtet gewesen sein. „Außerdem gingen einige Briefe an Privatpersonen“, sagte ein Polizeisprecher.

„Der Absender fordert Geldsummen in geringem Umfang“, erklärte ein Sprecher der Heidelberger Polizei. In einer ersten Bewertung gehen die Ermittler nach eigenen Angaben von keiner ernsthaften Gefährdung aus. Die Motivation des Schreibers sei aber unklar. Die Ermittlungen liefen in alle Richtungen. Die Landespolizeidirektion habe in Absprache mit der Staatsanwaltschaft Tübingen ein Ermittlungsverfahren eingeleitet, teilte die Behörde mit.

Das Karlsruher Fichte-Gymnasium war am Montagmorgen wegen der Drohungen geräumt worden. Die rund 850 Schüler wurden wenige Minuten nach Beginn des Unterrichts nach Hause geschickt, wie die Rektorin Ingeborg Kraus berichtete. Sie selbst habe dies entschieden. „Die Situation war ungeklärt“, sagte sie. „Deshalb haben wir beschlossen, dass es für die Schüler und Lehrer besser ist, den Unterricht für den Rest des Tages ausfallen zu lassen.“ (dpa)

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