Baden-Württemberg : Erdbeben erschüttert Schwarzwald

Ein leichter Erdstoß der Stärke 4,5 hat am frühen Morgen das südliche Baden-Württemberg erzittern lassen. Verletzt wurde niemand, auch sonst blieben größere Schäden aus.

SchopfheimWie das Landesamt für Geologie in Freiburg mitteilte, ereignete sich das Erdbeben um 3.39 Uhr. Das Epizentrum habe in Tegernau im Süden des Schwarzwalds gelegen. Die Menschen reagierten verunsichert. "Wir haben eine Vielzahl von Anrufen bekommen, hauptsächlich aus dem Rheintal, dem Markgräflerland und dem Kaiserstuhl", sagte ein Sprecher der Landespolizeidirektion in Freiburg.

Besorgte Bürger hätten das Beben wahrgenommen und sich bei der Polizei nach der Ursache erkundigt. Der Erdstoß sei im Umkreis von rund 100 Kilometern spürbar gewesen und habe 0,61 Sekunden angedauert. Auch die Schweizer Polizei teilte mit, die Telefone in den Notrufzentralen hätten nach dem Erdbeben nicht mehr stillgestanden. In den eidgenössischen Gemeinden Pratteln und Muttenz fiel für fünf Minuten der Strom aus. Betroffen waren knapp 1000 Stromkunden.

Im Durchschnitt ein Beben pro Monat

Das letzte größere Erdbeben der Gegend war im Dezember 2004 verzeichnet worden. Damals war eine Stärke von 5,43 erreicht worden. Die Hälfte aller Erdstößen in Deutschland haben ihr Epizentrum in Baden-Württemberg. Dort kommt es im langjährigen Durchschnitt einmal im Monat zu einem Beben der Stärke 3. Oft sind dies nur lokale Erschütterungen, die lediglich von wenigen Menschen wahrgenommen werden. Schwerpunkte sind der Rheingraben von Mainz bis Basel sowie der Zollernalbkreis auf der Schwäbischen Alb.

Grund sind fast immer ruckartige Verschiebungen von Gesteinsschollen im tieferen Bereich der Erdkruste entlang von geologischen Verwerfungszonen im Oberrheingraben. Dieser entstand infolge des Auseinanderbrechens von Schwarzwald und Vogesen vor rund 50 Millionen Jahren. (rf/dpa)

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