Baden-Württemberg : Ex-Pfarrer wegen Kindesmissbrauchs verurteilt

Wegen mehrfachen Kindesmissbrauchs ist ein pensionierter evangelischer Pfarrer vom Landgericht Mosbach in Baden-Württemberg zu zweieinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Er hatte gestanden, sich an zwei Jungen vergangen zu haben.

Das Gericht sah es am Donnerstag als erwiesen an, dass sich der 69-Jährige zwischen Oktober 2007 und April 2008 in fünf Fällen an zwei Jungen verging, die damals 12 und 14 Jahre alt waren. Der Mann hat die Taten laut Gericht gestanden. Der Vorwurf, er habe in einem weiteren Fall einen Missbrauch versucht, wurde fallengelassen.

Die Staatsanwaltschaft hatte drei Jahre Haft gefordert, einer der Jungen, der als Nebenkläger auftrat, hatte sich dem angeschlossen. Der Verteidiger hatte auf eine Bewährungsstrafe plädiert. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Der 69-Jährige und der als Nebenkläger auftretende Junge schlossen in dem Verfahren einen Vergleich zum Schmerzensgeld. Danach zahlt der 69-Jährige dem Jungen 6000 Euro als Vorschuss auf eine Schmerzensgeldforderung.

Der Pfarrer ist seit 2001 im Ruhestand, hatte aber noch im Konfirmandenunterricht in Haßmersheim ausgeholfen. Zu den Taten soll es in seiner Freizeit gekommen sein, hatte es in der Anklage geheißen. Darin waren dem Mann noch sechs Missbrauchsfälle - darunter ein Versuch - und weitere Sexualdelikte zur Last gelegt worden. Ihm war unter anderem vorgeworfen worden, er habe wiederholt auf die Jungen eingeredet und ihnen Pornohefte gezeigt, um sie in vier Fällen zur Selbstbefriedigung zu veranlassen und um den Zwölfjährigen zu berühren. Außerdem habe er mehrmals sein Geschlechtsteil vorgezeigt.

Die Evangelische Landeskirche Baden hatte dem bis dahin unbescholtenen Mann nach Bekanntwerden der Vorwürfe 2008 alle Tätigkeiten untersagt. Nach früheren Angaben eines Kirchensprechers hatten sich die Eltern des Zwölfjährigen an die Kirche gewandt, die zur Anzeige geraten habe. Es wurde ein Disziplinarverfahren eingeleitet, das bis zu einem rechtskräftigen Urteil ruhen soll. Der Mann ist inzwischen aus Haßmersheim weggezogen. (dpa)

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