Baden-Württemberg : Polizist überfällt Bankfiliale

Gesetzesbrecher statt Gesetzeshüter: Ein Polizist in Baden-Württemberg hat eine Bank ausgeraubt. Seine Amtskollegen nahmen ihn kurz nach der Tat fest. Auch in Bayern wurde ein Beamter verhaftet. Ihm wird Trickbetrug zur Last gelegt.

Angelbachtal/MünchenDer 55-jährige Bankräuber habe die Tat gestanden und sitze in Untersuchungshaft, teilte die Polizei mit. Er hatte nach eigener Aussage gestern Morgen eine Bankfiliale betreten, seine Dienstwaffe gezogen und Bargeld gefordert. Danach ergriff der Mann in seinem Auto die Flucht.

Kollegen sind "schockiert"

Da es sich bei dem Wagen um ein recht auffälliges Fahrzeug handele, kamen ihm die Ermittler schnell auf die Fährte: Bereits eine Stunde nach der Tat wurde das Auto entdeckt, wenig später klickten die Handschellen. Die Beute in Höhe von rund 8000 Euro wurde ebenso in dem Wagen gefunden wie die Tatwaffe, seine Dienstpistole.

Untersucht wird nun, ob der Mann weitere Banküberfälle verübt haben könnte. “Es ist davon auszugehen, dass er richtig große private und finanzielle Schwierigkeiten hatte”, sagte Norbert Schätzle, Sprecher der Polizeidirektion Heidelberg. Ein Polizist müsse schon sehr tief fallen, um einen Überfall zu begehen. “Wir sind schockiert, dass ein Kollege so etwas tut”, sagte er.

Münchener Polizist des Trickbetrugs verdächtigt

Auch in München wurde ein Beamter auffällig. Das Amtsgericht habe Haftbefehl erlassen, berichtete die Polizei. Er soll in mindestens drei Fällen Trickbetrug begangen haben.

Auf die Schliche kamen die Beamten dem 28-Jährigen, nachdem dieser Ende März bei einer 84-jährigen Rentnerin aus Ottobrunn angerufen und das Kommen eines Kollegen angekündigt hatte. Dieser würde bei der alten Dame aufgrund vorangegangener Einbrüche in der Nachbarschaft nach dem Rechten sehen, sagte der Polizist.

Kurz darauf suchte er die Frau auf und ließ sich von ihr 300 Euro Bargeld für eine angebliche Registrierung geben. Anschließend verschwand der Mann aus dem Haus. Als die Polizei ermittelte, ergab sich schließlich ein dringender Tatverdacht in gleich drei Fällen gegen den 28-Jährigen. Der daraufhin eindeutig identifizierte Beamte hatte nach bisherigen Erkenntnissen erhebliche finanzielle Probleme. (rf/dpa)

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