Welt : Bahn: Keine neuen Schäden an den ICEs

Florian Ernst

Berlin - Die seit vergangenem Samstag anhaltenden Ausfälle auf vier ICE-Fernstrecken werden noch über das Wochenende hinaus andauern. „Der aktuelle Ersatzfahrplan gilt bis zum Freitag“, sagte ein Bahn-Sprecher dem Tagesspiegel. Für das Wochenende und darüber hinaus soll es einen neuen Plan geben, der Mittwoch oder Donnerstag fertig sein soll. Laut Bahn können derzeit zwei Drittel der normalerweise von ICE-T-Zügen abgedeckten Verbindungen aufrechterhalten werden, zum Teil mit Ersatz-Intercitys. Von Ausfällen sind die Strecken Hamburg–München, Wiesbaden–Dresden, Stuttgart–Zürich und Dortmund– Wien betroffen. Wie lange die Einschränkungen im Fernverkehr noch anhalten, konnte der Bahn-Sprecher derzeit noch nicht sagen.

Fahrgäste, die auf einer der betroffenen Linien reisen, könnten auf der Internetseite der Bahn, über die Telefon-Hotline oder von Bahn-Mitarbeitern an Service-Schaltern, auf den Bahnsteigen sowie in den Zügen jeweils den aktuellen Informationsstand erfahren. „Wir bemühen uns, die verfügbaren Informationen über alle Ebenen zu streuen“, sagte der Sprecher. In den größeren Bahnhöfen auf den betroffenen Strecken sei das Personal aufgestockt worden, vor allem auch an den Hauptreisetagen am Wochenende. Lediglich im Buchungssystem der Bahn seien die Informationen nicht immer auf dem neuesten Stand, da dieses aus technischen Gründen nicht so schnell aktualisiert werden könne. Dafür bitte die Bahn um Verständnis.

Die Ultraschall-Untersuchungen der Achsen von ICE-T-Zügen gehen unterdessen weiter. Bisher seien dabei keine neuen Schäden festgestellt worden. Auch aufwendigere Untersuchungen, bei denen die Achsen ausgebaut würden, hätten bis dato keinen neuen Befund geliefert. Zu möglichen Regressforderungen gegen das Herstellerkonsortium der betroffenen Züge konnte der Sprecher noch nichts sagen. Zunächst müsste eine von der Staatsanwaltschaft Köln in Auftrag gegebene Untersuchung, die von der Bundesanstalt für Materialforschung durchgeführt werde, abgeschlossen werden. Ohne deren Ergebnisse könnten keine weiteren Konsequenzen gezogen werden, sagte der Sprecher.Florian Ernst

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