Welt : Bahnunglück bei Husum: 38-Jähriger tot

Zug rast in Rinderherde auf Regionalbahngleisen.

Schweres Gerät. Am Samstag begannen erste Aufräumarbeiten am Gleis. Foto: dpa Foto: dpa
Schweres Gerät. Am Samstag begannen erste Aufräumarbeiten am Gleis. Foto: dpaFoto: dpa

Bargum - Nach einem schweren Zugunglück auf der Strecke von Sylt nach Husum mit einem Toten und mehreren Verletzten haben am Samstagvormittag die Bergungsarbeiten begonnen. Ein Zug der Nord-Ostsee-Bahn (NOB) war am Freitagabend in eine Rinderherde gefahren und entgleist. Ein 38-Jähriger starb, drei weitere Fahrgäste wurden verletzt in ein Krankenhaus gebracht, das sie inzwischen wieder verlassen konnten. Weitere 23 Passagiere konnten unverletzt gerettet werden. Der Zugführer, der mit einer Schnellbremsung noch versucht hatte, den Zusammenprall zu verhindern, erlitt einen Schock. Unklar war am Samstag noch, woher die Rinder stammen, die auf den Gleisen den Unfall ausgelöst hatten. Sowohl die Anzahl der verendeten Tiere wie auch der Tierhalter seien nicht bekannt. Die Ermittlungen liefen, sagte Hanspeter Schwartz von der Bundespolizeiinspektion Flensburg.

Das Technische Hilfswerk (THW) war nach Schwartz’ Angaben am Samstag mit zwanzig Mann vor Ort. Zunächst wurde der Untergrund eines Feldweges nahe der Bahnlinie gesichert. Danach sollten zwei 100-Tonnen-Kräne und ein Tieflader aufgebaut werden. Die Bergungsarbeiten verliefen wegen des schlammigen Untergrunds an der Strecke schwierig. Zu Spekulationen, es könnten noch weitere Tote unter den Trümmern sein, äußerte sich Schwartz zurückhaltend. „Ich hoffe, dass unter dem Steuerwagen keine weiteren Toten sind, aber ich kann es nicht ausschließen.“ Die Aufräumarbeiten sollten den gesamten Samstag dauern. Auf der zweigleisigen Strecke war vorerst nur ein Gleis freigegeben.

Glimpflicher verlief ein anderer Vorfall. Beim Hochgeschwindigkeitszug ICE hat sich erneut bei voller Fahrt eine Tür aus der Verankerung gelöst; anders als im April 2010 war sie aber nicht herausgefallen. Der jüngste Zwischenfall passierte bereits am Freitagnachmittag im ICE von Berlin nach Innsbruck auf der Neubaustrecke Nürnberg-Ingolstadt, auf der die Züge bis Tempo 280 beschleunigen dürfen. Der ICE-T, bei dem der Defekt aufgetreten war, kann allerdings maximal nur 230 km/h erreichen. Was zum Lösen der Türverankerung geführt hatte, ist noch nicht geklärt. Vorsorglich will die Bahn, die den Vorfall vom Freitag erst am Sonnabend meldete, nun „im Rahmen der üblichen Wartung zusätzlich die Türverriegelungen auf eventuelle Unregelmäßigkeiten untersuchen.“ Die Fahrgäste hatten den Zugteil mit der defekten Tür auf dem nächsten Bahnhof verlassen und in die anderen Wagen der Doppeleinheit umsteigen müssen. dpa/kt

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