Bandenbetrug : Bis zu sechs Jahre Haft für Kunstfälscher

Jahrelang schleuste eine Clique angebliche Werke großer Maler des 20. Jahrhunderts in den Kunstmarkt. Jetzt ist das Urteil gegen sie gefallen - milder als es hätte sein können.

Schön, aber nicht von prominenter Künstlerhand: „Frauenportrait mit Hut“, angeblich von Kees van Dongen, und „Frauenakt, Liegender (weiblicher) Akt mit Katze“, angeblich von Max Pechstein. Zwei von 47 Bildern, die in den Kunstmarkt geschleust wurden.
Schön, aber nicht von prominenter Künstlerhand: „Frauenportrait mit Hut“, angeblich von Kees van Dongen, und „Frauenakt, Liegender...Foto: dpa

Im spektakulären Kölner Kunstfälscherprozess hat das Landgericht am Donnerstag Haftstrafen bis zu sechs Jahren verhängt. Der Drahtzieher und Maler Wolfgang Beltracchi (60) erhielt die höchste Strafe von sechs Jahren. Seine Frau Helene (53) muss für vier Jahre, der Komplize Otto S.-K. für fünf Jahre ins Gefängnis. Helene Beltracchis Schwester Jeanette S. (54) erhielt ein Jahr und neun Monate auf Bewährung. Das Gericht sprach das Quartett des gewerbsmäßigen Bandenbetrugs schuldig.

Die Angeklagten hatten gestanden, über Jahre gefälschte Meisterwerke der Avantgarde der Zwischenkriegszeit in den Kunstmarkt geschleust zu haben. Dafür kassierten sie laut Anklage bis zu 16 Millionen Euro. Für ihre Geständnisse bekamen die Angeklagten wie zuvor vereinbart einen Strafrabatt. Ihnen hätten sonst bis zu neun Jahre Gefängnis gedroht.

Der Betrug mit gefälschten Bildern von Avantgarde-Künstlern wie Max Ernst und Max Pechstein gilt als einer größten Kunstfälscherskandale der deutschen Nachkriegsgeschichte. Zur Anklage standen nur 14 Fälschungen aus den vergangenen zehn Jahren. Die Ermittlungen zu mehr als 40 weiteren Fälschungen werden eingestellt. (dpa)

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