Welt : Banges Hoffen kurz vor dem Durchbruch

LASSING (AFP/AP).Banges Hoffen hat am Freitag die Arbeiten der Rettungsteams am Unglücksbergwerk im österreichischen Lassing begleitet.Nach Informationen der Nachrichtenagentur APA drangen sie am Vormittag mit einem Spezialbohrer bis auf wenige Meter zu dem Hohlraum vor, in dem die zwei Wochen zuvor verschütteten zehn Männer vermutet wurden.Wegen technischer Schwierigkeiten mußten sie dann für mehrere Stunden unterbrochen werden, meldete APA unter Berufung auf die Einsatzleitung.Die Bohrarbeiten konnten auch danach zunächst nicht wieder aufgenommen werden, weil in der Stahlummantelung des Rettungsschachtes Risse entdeckt wurden.Dies hätten die Bilder jener Minikamera gezeigt, die am frühen Nachmittag in die Tiefe gelassen worden war.

Würde trotz der Schäden weitergebohrt, wäre der ganze Schacht gefährdet, teilte Alfred Zechling von der Einsatzleitung in Lassing mit."Damit wären auch 14 Tage Arbeit dahin." Für eine Lebendbergung der zehn Bergarbeiter ist alles vorbereitet.Deutsche Rettungstaucher der Saar-Bergwerke standen für einen Einsatz bereit, hieß es.

Die Bohrung hatte nach APA-Angaben um 11.30 Uhr im Versatzschacht auf 118 Metern gestoppt, vier Meter über dem Dach der angestrebten Sohle in 130 Meter Tiefe.Nach Erreichen von Sohle zehn sollten die Bergungsteams zunächst versuchen, mit Kameras und Geophonen in die Tiefe zu kommen.Dann sollte durch den sechs bis sieben Meter langen Quergang ein schwimmfähiger Roboter bis zu dem als Dom bezeichneten Hohlraum geschickt werden, in dem die Männer vermutet werden.Sollte sich jedoch herausstellen, daß dieser Weg blockiert ist, müßte ein Taucher hinuntergeschickt werden.Nach Angaben der Einsatzleitung könnte dies aber frühestens zehn Stunden nach Erreichen von Sohle zehn geschehen.

Die Bohrarbeiten der deutschen Firma Backfields waren am Vormittag von Schwierigkeiten begleitet.Nach Informationen des österreichischen Fernsehens fiel das Luftkühlsystem des Spezialbohrers aus.Auf die sonst übliche Kühlung mit Wasser mußte verzichtet werden.Falls sich im sogenannten Dom des Lassinger Bergwerks Überlebende befanden, hätte das Kühlwasser sie gefährdet.

Der vergangenes Wochenende aus dem Bergwerk gerettete Georg Hainzl ist inzwischen darüber informiert worden, daß noch zehn seiner Kumpel verschüttet sind, berichtete die APA.Hainzl selbst zeigte sich optimistisch: "Ich bin mir sicher, daß noch alle leben".Er befand sich nach Klinikangaben noch immer auf der Intensivstation.Insgesamt gehe es ihm gut.Er werde aber zunächst trotzdem im Krankenhaus bleiben.

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