Bankraub in Brasilien : 55 Millionen Euro erbeutet

Mit einem Tunnel haben brasilianische Bankräuber umgerechnet 55 Millionen Euro erbeutet. Sie hatten in wochenlanger Arbeit rund 3,5 Tonnen Geldscheine weggeschleppt.

Rio de Janeiro (09.08.2005, 12:35 Uhr) - Beim größten Bankraub der brasilianischen Geschichte sind nach Behördenangaben rund 150 Millionen Real (knapp 55 Millionen Euro) «in filmreifer Art» erbeutet worden. Das Fehlen des Geldes sei in der Filiale der Zentralbank in der nordöstlichen Provinzhauptstadt Fortaleza im Bundesstaat Ceara am Montag (Ortszeit) bemerkt worden, berichteten Medien unter Berufung auf die brasilianische Bundespolizei.

Die Räuber hätten in vermutlich wochenlanger Arbeit vier Meter unter der Erdoberfläche einen 200 Meter langen Tunnel gegraben. Sie seien dann irgendwann am Wochenende in die Tresorräume der Bank eingedrungen. Dazu hätten die Verbrecher den Erkenntnissen zufolge vor drei Monaten ein Haus in der Nachbarschaft der Bank gemietet und die Grabungsarbeiten dort begonnen, hieß es.

«Die haben ungefähr 3,5 Tonnen Geld in 50-Real-Scheinen weggeschleppt», sagte ein Sprecher der Bundespolizei erstaunt. Man werde größte Mühe haben, das gestohlene Geld aufzuspüren. Es handele sich nämlich um alte Scheine, die zwecks Prüfung der Umlauffähigkeit eingesammelt worden seien. «Das ist zweifellos der größte Bankraub in der Geschichte unseres Landes, so etwas sieht man sonst eigentlich nur im Kino», sagte der Chef der Bundespolizei in Ceara, João Batista Paiva Santana der Onlineausgabe der Zeitung «O Globo».

Es sei noch unbekannt, wie lange sich die Räuber im Bankbereich aufgehalten hätten und weshalb die modernsten Alarmsysteme mit Bewegungsmeldern und Überwachungskameras nicht reagiert hätten, hieß es in einer Mitteilung der Zentralbank. Die rund 500 Quadratmeter großen Tresorräume der Bank im Zentrum Fortalezas würden zudem von zwei Meter dicken Betonwänden und Stahlnetzen geschützt.

Der bislang größte Bankraub der brasilianischen Geschichte geschah Medienangaben zufolge im Juli 1999, als ein 20-köpfiges schwer bewaffnetes Kommando nachts eine Filiale der Bank Banespa im Zentrum von São Paulo stürmte, 15 Männer des Wachpersonals überwältigte und und mit 39 Millionen Real entkam. (tso)

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