Bass Sultan Hengzt gezähmt : Bass Sultan Papa

Bass Sultan Hengzt will sein Image ändern - weg vom Gangster-Rap. Und dazu hat der Berliner Musiker auch einen guten Grund.

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Der Rapper "Bass Sultan Hengzt" heißt mit bürgerlichem Namen Fabian Cataldi.
Der Rapper "Bass Sultan Hengzt" heißt mit bürgerlichem Namen Fabian Cataldi.Foto: Screenshot

Bass Sultan Hengzt will sich "vom Gangster-Rap distanzieren". Dem ZEITmagazin sagt er: "Vor fünf Jahren bin ich Vater geworden, das hat alles verändert.“ Seit seine Tochter auf der Welt sei, wolle er "ein guter Vater sein und meiner Familie ein glückliches Leben ermöglichen“. Er träume davon, seiner Tochter "eines Tages in die Augen zu schauen und ihr zu sagen, dass ich mich für sie geändert habe“. Seine Tochter könne heute seine "Lieder mitsingen, wenn sie im Radio laufen“. Bass Sultan Hengzt: „Das macht mich unfassbar stolz und glücklich.“

Der Berliner Rapper, der mit bürgerlichem Namen Fabio Cataldi heißt, hatte in der vorigen Woche mit einem homo-erotischen Albumcover die deutsche HipHop-Szene aufgewirbelt. Auf dem Cover sind zwei Männer zu sehen, die sich kurz vor einem sinnlichen Kuss befinden. Sie halten ihre Hände zärtlich an den Kopf des Gegenübers, haben die Augen geschlossen und ihre Münder scheinen sich einander zu nähern. Dass ein Cover mit zwei sich liebenden Männern so viel Aufmerksamkeit auf sich ziehen kann, zeigt, wie selten Darstellungen von Homosexualität in der Hip Hop-Szene sind. Die Reaktionen in den Sozialen Netzwerken wie Twitter waren teilweise menschenverachtender Natur.

Im Interview mit dem Tagesspiegel hatte Cataldi gesagt, auf homophobe Fans verzichten zu können. Er sei "eher froh darüber", wenn sich Fans mit solchen Einstellungen und Meinungen von ihm abwenden. Die als eher homophob gesehene Rapper-Szene sieht er als im Allgemeinen sehr tolerant, auch, wenn es Schwarze Schafe gebe. Auf die Frage, ob sich ein schwuler Rapper etablieren könnte, antwortet Bass Sultan Hengzt: "Wenn der erste schwule Rapper auch noch gut rappen könnte, könnte ich mir vorstellen, dass er eine steile Kariere vor sich hätte. Ich würde das auf jeden fall gespannt verfolgen."

Auch Herr Cataldi hat in seinen Texten oft zum Stilmittel der Beleidigung von Homosexuellen gegriffen. Das sei so ein "Rap-Ding", sagt er. Aber damit soll dank der Tochter ja nun Schluss sein.

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