Bayern : Tote nach Gasexplosion in Bäckerei

Bei der Explosion eines Gastanks in einer Bäckerei im mittelfränkischen Lehrberg sind mindestens drei Menschen getötet und mehrere weitere schwer verletzt worden. Rettungshunde suchen nach Verschütteten.

Lehrberg - 16 Anwohner der Ortschaft im Kreis Ansbach und Rettungskräfte wurden zum Teil schwer verletzt in Krankenhäuser gebracht. Noch am Abend, mehrere Stunden nach der Detonation, wurden drei Menschen unter den Trümmern eines eingestürzten Hauses vermisst. Die Einsatzkräfte rechneten mit weiteren Todesopfern.

Nach den Verschütteten wurde mit einer Rettungshundestaffel des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK) gesucht. Ein männliches Todesopfer wurde bereits kurz nach der Explosion gefunden. Die beiden weiteren männlichen Leichen wurden am frühen Abend in den Trümmern einer eingestürzten Backstube entdeckt. Die Helfer gingen von langwierigen Bergungsarbeiten aus. Die Ortschaft wurde am Mittag zum Katastrophengebiet erklärt.

1000-Liter-Gastank explodiert

Polizei und BRK zufolge war gegen 8 Uhr die Feuerwehr wegen eines undichten Außengastanks hinter einer Bäckerei alarmiert worden. Die Bäckerei befand sich im Erdgeschoß eines Wohn- und Geschäftsgebäudes. Als die Rettungskräfte eintrafen, explodierte der Tank, in dem sich mehrere 1000 Liter Gas befanden. Das betroffene Haus stürzte bis auf die Grundmauern ein.

Auch ein dahinter liegender Scheunenkomplex wurde vollständig zerstört. Insgesamt wurden zwölf angrenzende Gebäude erheblich beschädigt, Dächer abgedeckt, Wände eingedrückt und Fenster barsten. Wie viele Menschen sich zum Zeitpunkt der Detonation in der Bäckerei und in den Häusern befanden, war am Abend noch nicht eindeutig klar.

Rettungshunde suchen nach Überlebenden

Neben einer Rettungshundestaffel des Roten Kreuzes waren außerdem mehrere Rettungshubschrauber sowie zahlreiche Kranken- und Rettungswagen im Einsatz. Vom Roten Kreuz, dem Technischen Hilfswerk und der Feuerwehr waren rund 180 Helfer vor Ort. Laut Polizei bestand an der Unfallstelle auch Stunden nach der Detonation noch Explosionsgefahr, da sich ein zweiter Flüssiggastank in einem der beschädigten Gebäude befand. Dieser Tank wurde von der Feuerwehr und dem Technischen Hilfswerk gekühlt. "Die Wahrscheinlichkeit einer Explosion schätzen wir zwar als gering ein, können sie aber nicht ausschließen", sagte der Polizeisprecher. Die Ortschaft wurde großräumig abgesperrt.

Die Ursache der Explosion stand zunächst noch nicht fest. Innenstaatssekretär Georg Schmid (CSU), der am Nachmittag zum Unglücksort gereist war, sagte, «ein Vorgang in der Bäckerei» habe zur Entzündung der aus einem Leck im Gastank ausgetretenen Gaswolke geführt. Nähere Angaben wollte er nicht machen. Am Unglücksort wurde außerdem ein beschädigter Gastanklaster gefunden. Polizeiangaben zufolge sollte der Gastank am Freitagmorgen gewartet wurde. (tso/ddp/AFP)

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