Bayern : Versicherer wollen Braunbär-Schäden ersetzen

"Der Bär ist ein wunderschönes Tier und ihn zu töten wäre eine Schande", sagt Simon Burgess von der British Insurance. Die Versicherung will deshalb - zusammen mit der Gothaer - für die durch den Bären entstandenen Schäden aufkommen.

Köln/München - Zwei Versicherer wollen für Schäden aufkommen, die der Braunbär im bayerisch-österreichischen Grenzgebiet verursacht hat. Der Versicherungskonzern Gothaer bot an, betroffenen Bauern, Jagdpächtern und Imkern aus Bayern Wild- oder Nutztiere zu ersetzen, die der Bär gerissen habe. «Wenn man Naturschutz ernst nimmt, braucht es geeignete Mechanismen, mit den dabei aufkommenden Problemen umzugehen», sagte der Chef der Gothaer Versicherungsbank VVaG, Werner Görg. Mit dem Angebot wolle man auch für mehr Sicherheit sorgen. «Kein Bauer muss sich schützend vor seine Hühner werfen», sagte ein Gothaer-Sprecher am Mittwoch.

Um die Entschädigung zu erhalten, müssten die Betroffenen lediglich nachweisen, dass tatsächlich der Braunbär die fraglichen Schäden angerichtet habe. «Dies wird unbürokratisch über den Servicebereich Jagd festgestellt», sagte der Unternehmenssprecher. Für eventuelle Personenschäden will der Versicherer dagegen nicht aufkommen. «Das ist unkalkulierbar.» Die Gothaer ist nach eigenen Angaben führender Jagdversicherer Deutschlands.

Der Bär war aus Tirol nach Bayern gewandert, hatte im Raum Garmisch-Partenkirchen rund ein Dutzend Schafe gerissen und war sogar in einen Hühnerstall eingedrungen. Auch ein britischer Versicherungsunternehmer bot an, die Schäden durch das Tier in Höhe von bis zu 1,5 Millionen Euro bezahlen. «Wir wollen verhindern, dass der Bär abgeschossen wird», sagte Simon Burgess, Geschäftsführer von British Insurance, der dpa am Mittwoch. Die Versicherung werde jeden entschädigen, bei dem der Bär künftig Schaden anrichte, erklärte Burgess. Er habe im Radio von der Abgeschussgenehmigung gehört und sei empört gewesen. «Der Bär ist ein wunderschönes Tier und ihn zu töten wäre eine Schande», so Burgess weiter. Mit dieser Art Haftpflichtversicherung wolle er einen Anreiz liefern, den Bär lebend einzufangen. (tso/dpa)

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