Bayrischzell : Mädchen stürzt 170 Meter in die Tiefe

Sie spielte vor den Augen ihres Vaters am Rande einer Aussichtsterasse, dann plötzlich rutschte das kleine Mädchen ab - und stürzte über Eis und Felsen in die Tiefe. Die Verletzungen der 10-Jährigen: Ein paar blaue Flecken.

Bayrischzell/LeitzachtalNahezu unverletzt hat ein zehnjähriges Mädchen am Wendelstein bei Bayrischzell einen Sturz über 170 Meter in die Tiefe überstanden. Das Kind hatte an Weihnachten außerhalb der gesicherten Aussichtsterrasse auf dem Berg gespielt, wie die Bergwacht Leitzachtal mitteilte. Plötzlich verlor die Kleine den Halt und stürzte über die vereisten, felsdurchsetzten Rinnen auf der Südwestseite der Aussichtsterrasse vor den Augen ihres Vaters ab. "Sie hatte großes Glück, dass sie nicht gegen einen Felsen gestoßen ist", sagte ein Sprecher der Bergwacht Leitzachtal am Samstag.

Der Retter erzählte Geschichten

Zwei andere Kinder schlugen sofort in der nahen Berggaststätte Alarm. Der Schwiegersohn des Wirts, Michael King, reagierte und stieg zu dem Mädchen hinab. Um mit seinen Turnschuhen auf dem eisigen Untergrund nicht auszurutschen, habe er sich mit einem Eispickel Stufen in die glatte Oberfläche geschlagen. "Anfangs war das schwierig, weil das Eis sehr dick war - ich dachte, das dauert Stunden", sagte Michael King. Nach einer Viertelstunde hörte er dann das Mädchen um Hilfe rufen. "Ich war überglücklich, weil dort überall steile Felsen sind und ihr wer weiß was hätte passieren können." Wenig später fand er das durchnässte und frierende Kind an einem Baum. Er habe ihr seine Jacke angezogen und ihr Geschichten erzählt, bis die Helfer der Bergwacht und ein Rettungshubschrauber eintrafen.

Mit einer Seilwinde wurden die beiden in den Hubschrauber geholt und in das Krankenhaus Harlaching in München gebracht. Das Mädchen hatte nach Angaben der Bergwacht nur blaue Flecken, Michael King zog sich beim Abstieg Schürfwunden an den Händen zu. Die Eltern konnten ihre Tochter bereits am Abend in der Klinik wieder abholen. Soweit bekannt setzen sie ihren Urlaub in der Region fort. (mpr/dpa)

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