Welt : Becker-Affäre: Der Streit um Unterhalt geht weiter

Hendrik Bebber

Boris Becker brauchte nicht den Urlaub in der Karibik abbrechen, um im Unterhaltsstreit um seine einjährige Tochter Anna Ermakowa auszusagen. Während er sich von seinen Anwälten vertreten ließ, hastete Angela Ermakova durch das Spalier der Reporter und Fotografen vor dem Londoner Zivilgericht. Die 34-jährige Mutter des Kindes wurde in einen Sitzungssaal geleitet, wo die Verhandlung unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfindet.

Wie Beckers Medienagent Robert Lübenoff in München erklärte, sie die persönlichen Anwesenheit des früheren Tennisstars in London bei den Verhandlungen nicht notwendig. Der Sprecher gab keinen Kommentar zu den Gerüchten, dass sich Becker und Ermakova schon außergerichtlich geeinigt hätten. Boris Becker hatte sich erst in diesem Frühjahr nach einem gerichtlich angeordneten Gentest zur Vaterschaft bekannt. Später bedauerte er die Affäre als einen "schweren Fehler, der mich mein Leben lang verfolgen wird". Er habe sich vor zwei Jahren nach seiner Niederlage in Wimbledon gegen Pat Rafter schwer betrunken. Die schicksalhafte Begegnung mit dem Model, die eine russische Mutter und einen marokkanischen Vater hat, fand in der Abstellkammer des Londoner Nobellokals "Nobu" statt. Sie währte laut Becker nur fünf Sekunden, in denen er sie schwängerte.

Britische Zeitungen behaupten, dass Angela Ermakovas Anwälte für ihre Mandantin rund sechs Millionen Mark an Unterhalt fordern. Bei der jetzigen Verhandlung geht es um die Modalitäten. Der Seitensprung besiegelte auch die Scheidung von Boris Becker und seiner Frau Barbara. Um ihrer Kinder Noah (7) und Elias (1) willen, hält das Paar trotz des äußerst feindseligen Scheidungsprozesses noch Kontakt. So brachen sie mit ihren Söhnen von Florida zu einem Urlaub in den Bahamas auf. Becker dementierte jedoch, dass sich eine Versöhnung anbahnt: "Wir sind kein Paar mehr. Wenn ich meine Familie besuche, dann schlafe ich auf dem Sofa oder im Hotel."

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