Beginn der Reisesaison : Autoclub warnt vor Mautfallen in Europa

Wer ins europäische Ausland fährt, solle sich vorher über die jeweiligen Mautsysteme informieren, rät der Automobilclub ADAC. Das könnte den Reisenden viel Geld sparen.

von
Ein Verkehrsschild weist auf die gebührenpflichtige Nutzung für alle Fahrzeuge des ersten privatfinanzierten Verkehrsprojektes Deutschlands, dem Warnowtunnel in Rostock, hin.
Ein Verkehrsschild weist auf die gebührenpflichtige Nutzung für alle Fahrzeuge des ersten privatfinanzierten Verkehrsprojektes...Foto: dpa

Rechtzeitig vor den Ferien warnt der ADAC Autofahrer vor Zahl-Fallen. Wer ins europäische Ausland fährt, solle sich vorher über die jeweiligen Mautsysteme informieren, rät Touristikexpertin Martina Wagner. „Wissen spart Geld“, sagte sie am Dienstag in Berlin. Auch unfreiwilligen Mautsündern drohten hohe Strafen. Sie werden zum Teil sogar nach Jahren auch in Deutschland noch vollstreckt.

Bezahlstellen mit Personal, elektronische Abrechnungen, mit Transponder oder Kennzeichenerfassung, entfernungsabhängige Preise oder Vignetten mit unterschiedlichen Geltungszeiten – fast in jedem Land gebe es ein anderes System, klagte Wagner. Bei der Maut ist Europa noch nicht geeint.

Besonders aufpassen müssten Autofahrer in Italien und Österreich, warnte ADAC-Justiziar Stefan Königer. In Italien seien Anlagen oft defekt, ohne dass Autofahrer dies merkten. Selbst wer gezahlt habe, könne nachträglich zum Sünder gestempelt werden und müsse nachzahlen. Inkassounternehmen trieben dann – mit einem saftigen Zuschlag – die Summe in Deutschland ein. Und die Verjährungsfrist betrage immerhin zehn Jahre. Das italienische System sei ohnehin kompliziert, sagte Wagner. Schon ein kleiner Fehler reiche für eine Nachzahlung.

In Österreich führe oft das falsche Anbringen der Vignette zu Ärger, sagte Königer. Richtig klebe das „Pickerl“ innen an der Windschutzscheibe im linken oberen Bereich oder hinter dem Rückspiegel. Strafen bei Verstößen beginnen nach Angaben von Königer bei 300 Euro. Auch Österreich hole sich das Geld nachträglich in Deutschland. Das lohnt sich, denn von 187000 Ersatzmautforderungen seien 2015 mehr als 78000 an deutsche Autofahrer gegangen.

Teuer werden kann die Fahrt auf mautpflichtigen Straßen, Brücken oder durch Tunnel aber auch ohne Vergehen. Bei der Fahrt ans Mittelmeer nach Frankreich, Italien oder Kroatien werden – ganz regulär – Gebühren für die Hin- und Rückfahrt zwischen rund 100 Euro und 140 Euro fällig.

Video
Ratgeber: Reise-Check fürs Auto
Ratgeber: Reise-Check fürs Auto

3 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben