• Behörde schließt zwei Fleischer Britische Firmen haben Pferdefleisch verarbeitet

Welt : Behörde schließt zwei Fleischer Britische Firmen haben Pferdefleisch verarbeitet

London/Paris/Berlin - Die britische Lebensmittelaufsicht FSA hat am Dienstag nach einer Razzia zwei Fleischverarbeitungsbetriebe in England und in Wales geschlossen. Der Betreiber eines Schlachthofs in der Grafschaft Yorkshire in Nordengland steht unter dem Verdacht, geschlachtete Pferde an einen Betrieb in der Grafschaft Pembrokeshire in Wales weitergegeben zu haben. Das Fleisch wurde vermutlich zu Burger-Frikadellen und Kebabs verarbeitet.

Die Behörden untersuchen derzeit, wie Pferdefleisch in Fertiggerichte gelangen konnte, in denen nach Verpackungsangaben nur Rindfleisch verarbeitet wurde. Bislang führten die Spuren ins Ausland. Der Sprecher der Lebensmittelaufsicht FSA betonte, dass das Schlachten von Pferden in Großbritannien legal ist. Der Verzehr von Pferdefleisch – in Ländern wie Italien, Frankreich oder auch Deutschland durchaus üblich – gilt in Großbritannien und Irland als gesellschaftliches Tabu. Es gibt, anders als in Zentraleuropa, keine Schlachter, die Pferdefleisch zu Wurst oder Fleischwaren verarbeiten.

In Frankreich eröffnete die zuständige Staatsanwaltschaft in Paris ein Vorverfahren wegen Betrugs. Ermittler kontrollierten unter anderem bei den Firmen Comigel in Metz und Spanghero in Castelnaudary im Südosten von Toulouse. Beide Firmen sehen sich als Opfer des Skandals. Nach dem Hersteller Findus hat auch der französische Produzent Picard Pferdefleisch in Rindfleischprodukten entdeckt. Picard setzt nach eigenen Angaben den Verkauf von Produkten aus, die bei Comigel hergestellt worden sind.

In Deutschland hat nach Kaiser’s Tengelmann auch Real einige Fertigprodukte vorsorglich aus dem Verkauf genommen. Der größte Lebensmittelhändler in Deutschland, Edeka, lässt wegen der Diskussion um Lebensmittel mit Pferdefleisch „alle relevanten Eigenmarkenprodukte prüfen“. dpa

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