Welt : Beinahe-Katastrophe

In Frankfurt brannte ein Waggon mit 85 000 Liter BenzinFrankfurt am Main (AP).Nur um Haaresbreite ist in Frankfurt am Main nach der Kollision zweier Güterzüge in der Nacht zum Mittwoch eine Katastrophe verhindert worden.Bei dem Unfall im Südbahnhof war ein mit 85 000 Liter Benzin gefüllter Kesselwagen umgekippt und sofort in Brand geraten.Etwa 100 Feuerleute waren mehrere Stunden im Einsatz, um ein Übergreifen der bis zu 50 Meter hohen Flammen auf weitere mit Benzin gefüllte Wagen zu verhindern.Die Polizei riegelte das Unglücksgebiet im Stadtteil Sachsenhausen weiträumig ab, 300 Menschen wurden aus ihren Wohnungen in Sicherheit gebracht.Als Ursache vermutet die Deutsche Bahn, daß der Lokführer des aus 21 Benzinladungen bestehenden Zugs ein Signal mißachtete. Der Kesselwagenzug war kurz nach Mitternacht nach einer Parallelfahrt auf dem Weg von Flörsheim nach Würzburg an einer Weiche in einen mit Containern beladenen Zug von Basel nach Lübeck gefahren.Nach Angaben der Bahn entgleisten die Lokomotiven und jeweils der erste Wagen beider Züge.Einer der Kesselwagen fing aus ungeklärter Ursache sofort Feuer.Die Feuerwehr konnte das Übergreifen der Flammen auf die anderen Wagen mit einer sogenannten Wasserwand aus mehr als 20 Rohren und Wasserwerfern verhindern.Wegen Explosionsgefahr wurden Strom und Gas in der Umgebung für rund eine Stunde abgestellt.Nach drei Stunden war der Brand unter Kontrolle. Bei der Löschaktion wurden nach Angaben der Feuerwehr drei Feuerwehrleute und eine Anwohnerin leicht verletzt.Die beiden Lokführer konnten sich rechtzeitig in Sicherheit bringen.Das Benzin hatte sich möglicherweise an einer bei dem Zusammenprall gerissenen Oberleitung entzündet.Denkbar sei aber auch, daß das Feuer durch Reibungshitze entstanden sei, sagte ein Bahnsprecher.Über die Höhe des Sachschadens wollte die Bahn zunächst keine Angaben machen. Am Morgen waren Feuerwehrleute noch damit beschäftigt, das Benzin aus den beiden umgestürzten Wagen abzupumpen.Ein Sprecher sagte, es sei nur wenig Benzin in die Kanalisation gelaufen.Die Kanaleinläufe seien mit Dichtkissen verschlossen und einem Schaumteppich abgedeckt worden.Dadurch seien explosionsartige Folgebrände im Kanalnetz verhindert worden.Während rund 100 Berufsfeuerwehrleute den Brand bekämpften, hielten etwa 200 Mitglieder von Freiwilligen Feuerwehren die Wachen besetzt.Einige Anwohner, die in einer Jugendherberge oder in Privatquartieren untergebracht wurden, konnten wegen Explosionsgefahr auch am Vormittag noch nicht wieder in ihre Wohnungen zurückkehren.Es bestehe noch eine geringe Gefahr, daß sich die flüchtigen Benzindämpfe entzündeten, sagte ein Feuerwehrsprecher. Wegen des Unglücks wurden Fernzüge aus Richtung Fulda oder Darmstadt um Frankfurt herumgeleitet.Die Verspätungen betrugen bis zu 45 Minuten.Der Nahverkehr war kaum betroffen.Auf der Strecke von Wiesbaden nach Hanau setzte die Bahn zusätzliche S-Bahnen ein. Im Mai vergangenen Jahres war es an derselben Stelle zu einem ähnlichen Unfall gekommen.Auch damals war ein Gefahrguttransport mit einem anderen Zug kollidiert.Die gefährliche Ladung war damals jedoch nicht ausgelaufen.

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