Beißattacke : Junge von Hund der eigenen Familie schwer verletzt

Es ist der Hund der Familie. Alle kennen ihn, alle spielen und herzen ihn. In Gotha wurde ein sechs Jahre alter Junge vom Familienhund angefallen.

In der Beißstatistik liegt der Boxer mit 15 Fällen, "in denen Menschen verletzt oder gefahrdrohend angesprungen wurden" im Mittelfeld. Der Boxer steht in Berlin nicht auf der Liste der gefährlichen Hunde. Weitaus am häufigsten attackieren Mischlinge in Berlin Menschen. 263 Fälle wurden in einem Jahr insgesamt aktenkundig. In dieser Bildergalerie zeigen wir eine Auswertung der Vorfälle nach Hunderassen anhand der zuletzt verfügbaren Statistik aus dem Jahr 2010.Alle Bilder anzeigen
Foto: Wikimedia Commons
28.02.2012 08:19In der Beißstatistik liegt der Boxer mit 15 Fällen, "in denen Menschen verletzt oder gefahrdrohend angesprungen wurden" im...

Ein sechs Jahre alter Junge ist am Freitag im thüringischen Gotha vom Hund der eigenen Familie angefallen und schwer verletzt worden. Wie die Polizei am Samstag mitteilte, war das Kind zu Hause von dem Terriermischling angegriffen worden. Nach Angaben der Beteiligten hatte der Hund, der bis dahin ruhig auf dem Boden lag, das Kind plötzlich angesprungen und in Kopf, Bein und Hand gebissen, als es an ihm vorbeilief. Der Vater konnte das Tier laut Polizeiangaben nur mit Mühe von dem Kind trennen. Der Junge wurde in ein Krankenhaus eingeliefert.

Der Hund, der erst seit wenigen Wochen bei der Familie lebte, wurde in einem Tierheim untergebracht.

In diesem Jahr in Deutschland schon drei Kinder totgebissen

In Deutschland sind in diesem Jahr bereits drei Kinder durch Hunde-Attacken ums Leben gekommen. Zuletzt wurde im September in Wittenberg in Sachsen-Anhalt ein dreijähriger Junge von einem Rottweiler totgebissen.

Zuvor, im April, hatte ein Husky in Cottbus in Brandenburg einen Kinderwagen umgestoßen und ein erst acht Wochen altes Baby getötet. Auch in diesem Fall handelte es sich um einen so genannten Familienhund. Einen Monat später wurde ein dreijähriges Mädchen in Sachsenburg in Thüringen von den vier Staffordshire-Bullterriern ihrer Tante angegriffen und totgebissen. Die Urgroßmutter, die bei dem Kind war, versuchte die Kleine zu schützen und warf sich über sie. Auch sie wurde schwer verletzt.

Hinzu kommt der Fall einer 57-jährigen Frau aus dem thüringischen Ort Kindelbrück. Im Oktober wurde sie von ihrem eigenen Hund, einem Mix aus Schäferhund und Rottweiler getötet.

Im Oktober wurde ein Neunjähriger in Berlin schwer verletzt

In Berlin war zuletzt im Oktober ein Kind von einem Hund schwer verletzt worden. Beim Besuch einer befreundeten Familie biss deren Staffordshire-Terriermischling einem neunjährigen Jungen ins Gesicht. Das Kind hatte sich mit einem ein Jahr jüngeren Freund unbeaufsichtigt in der Wohnung der Familie aufgehalten. Der Junge trug Fleischwunden im Gesicht und an der linken Hand davon.

Der Hund ist Mitte November vom Bezirkstierarzt in Mitte eingeschläfert worden. Mitarbeiter des amtlichen Tierfangs hatten ihn aus dem Tierheim abgeholt, obwohl der Berliner Tierschutzverein und die Besitzer sich gegen eine Einschläferung stark gemacht hatten. Der Tierschutzverein prüft nun rechtliche Schritte gegen das Veterinäramt. (Tsp/AFP/dpa/dapd)

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