Welt : Belgier stellen lebende Afrikaner aus

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Namur (dpa). Die Ausstellung eines afrikanischen Pygmäen-Dorfes samt Bewohnern hat in Belgien zu einer heftigen Debatte geführt. „Das Zur-Schau-Stellen der Afrikaner ist eine Beleidigung der menschlichen Rasse“, kritisierte der Verband der Einwanderer. Menschenrechtsorganisationen verlangten einen sofortigen Stopp. „Sie erinnert an die schrecklichen Kolonialschauen im 19. Jahrhundert“, hieß es. Belgien hat eine lange koloniale Vergangenheit und besaß bis 1960 Kongo als Kolonie. Anfang Juli hatten die zehn Kameruner aus dem Stamm der Baka ihre Heimat verlassen und waren von einer afrikanischen Organisation nach Yvoir in die belgische Provinz Namur gebracht worden. Die Familien bauten ein typisches Dorf aus Strohhütten und singen und tanzen dort für Touristen. „Wir wollen die Besucher auf die Not der Pygmäen in ihrem Land aufmerksam machen“, sagte Veranstalter Louis Raets vom örtlichen Tourismusverband. 30 Prozent der Einnahmen würden in Projekte wie den Bau einer Schule und Wassersammelstellen in Kamerun fließen.

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