Berauschendes Geschäft : Arbeitsloser handelte mit Pilzen

Ein arbeitsloser 25-Jähriger aus dem nordrhein-westfälischen Hürth ist für den Aufbau eines Versandhandels mit verbotenen berauschenden Pilze mit öffentlichen Mitteln gefördert worden.

Hürth - Im Februar hatte der Mann sein Gewerbe ordnungsgemäß als "Handel mit Pilzen" angemeldet, wie ein Polizeisprecher mitteilte. Von der zuständigen ARGE habe er finanzielle Unterstützung für seine Neugründung erhalten. Dort wusste man offenbar nicht, dass die gehandelten Pilze unter das Betäubungsmittelgesetz fallen.

Der 25-Jährige befindet sich in Untersuchungshaft. Dem Beschuldigten werde gewerbsmäßiger Handel mit Betäubungsmitteln vorgeworfen, sagte der Polizeisprecher. Schließlich habe er ein Gewerbe angemeldet. Gegen mehr als 500 Kunden des Mannes werde wegen Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz ermittelt.

Florierender Handel mit Pilzen

Erstmals war der Mann im Januar bei einer Polizeikontrolle aufgefallen. Schon damals stellte sich heraus, dass er mit Flyern und über eine eigene Internetseite einen florierenden Handel mit den Pilzen betrieb. Kunden aus Hürth und Umgebung belieferte er persönlich. Internetbestellungen verschickte er bundesweit auf dem Postweg.

Nachdem er sein Gewerbe offiziell angemeldet hatte, verzeichnete sein Internetportal dem Polizeisprecher zufolge binnen kurzer Zeit mehr als 4000 Besucher. Daraufhin stellte die Polizei im Mai in den Wohn- und Geschäftsräumen des Mannes Pilze, Computer und Geschäftsunterlagen sicher.

Ermittler beantragen Haftbefehl

Davon unbeeindruckt habe der Jungunternehmer weiter Pilze aus den Niederlanden und dem Raum Hanau bestellt und sie online weiterverkauft. Als seine Internetseite über 20.000 Besucher verzeichnete, beantragten die Drogenermittler einen Haftbefehl wegen Wiederholungsgefahr. (tso/ddp)

0 Kommentare

Neuester Kommentar