Welt : Bereits 10 000 Menschen wurden in Sicherheit gebracht

Auf der japanischen Insel Hokkaido hat am Donnerstag alles auf einen unmittelbar bevorstehenden Ausbruch des Vulkans Usu hingedeutet. Experten entdeckten bei einem Rundflug über dem 732 Meter hohen Vulkan am Westhang mehrere Spalten. Die größte sei 100 Meter groß. Bis zum Donnerstag wurden vorsorglich 10 000 Menschen aus der Umgebung des Vulkans in Sicherheit gebracht. Tausende Erdbeben erschütterten das Gebiet in den vergangenen drei Tagen, das stärkste erreichte den Wert von 4,2 auf der Richterskala. Ursache dafür sind unterirdischen Magma-Bewegungen. Im Falle des Ausbruchs wird befürchtet, dass Erdrutsche und Schlammlawinen am Berg ausgelöst werden.

Weißer Dampf- und Gaswolken stiegen am Donnerstag über dem Krater des Vulkans auf. Das Gebiet, rund 770 Kilometer nördlich der Hauptstadt Tokio, ist für seine heißen Quellen bekannt. Am Mittwoch wurden schon die Touristen in den drei Ortschaften Date, Sobetsu und Abuta in Sicherheit gebracht. Dort leben insgesamt 51 300 Menschen. Polizeifahrzeuge sperrten die Straßen zum Vulkan ab, und die Behörden durchsuchten das evakuierte Gebiet nach Nachzüglern. 3000 Soldaten wurden in Hokkaido in Alarmbereitschaft versetzt.

Die geflohenen Menschen verbrachten die Nacht in öffentlichen Unterkünften oder bei Freunden und Verwandten. "Ich wünschte, er würde ausbrechen, damit es vorbei ist", sagte Toshiko Oishi. Die 69-jährige Hausfrau verbrachte wie zahlreiche andere die Nacht in einer Grundschule in Date, "aber ich mache mir Sorgen um mein Haus, das in der Nähe des Berges liegt."

In Japan gibt es nach Angaben des meteorologischen Dienstes 86 aktive Vulkane. Beim letzten Ausbruch des Vulkans Usu 1978 wurden zwei Menschen getötet und 200 Häuser zerstört. In Südjapan forderten 1991 mehrere Eruptionen des 1359 Meter hohen Vulkans Unzen 43 Menschenleben. Die Gerölllawinen machten zudem 2300 Menschen obdachlos. Experten erwarten, dass ein Ausbruch des Usu ähnlich verheerende Folgen haben könnte.

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