• Bericht zu Flugzeugabsturz in Taipeh: Pilot soll Triebwerk versehentlich ausgeschaltet haben

Bericht zu Flugzeugabsturz in Taipeh : Pilot soll Triebwerk versehentlich ausgeschaltet haben

Im Februar waren bei einem Flugzeugabsturz in Taiwans Hauptstadt Taipeh 43 Menschen gestorben. Wie nun bekannt wurde, soll der Pilot erhebliche Schuld tragen - zuvor war er noch für sein Verhalten gewürdigt worden.

Robert Klages
Amateuraufnahmen zeigen den Absturz des Flugzeugs von Transasia in Taiwan.
Amateuraufnahmen zeigen den Absturz des Flugzeugs von Transasia in Taiwan.Foto: AFP/TVBS Taiwan

Bei dem spektakulären Flugzeugabsturz in Taiwan im Februar waren 43 Menschen ums Leben gekommen. Die Verkehrsmaschine war in einen Fluss in der Millionenstadt Taipeh gestürzt, nachdem sie zuvor ein Taxi auf einer Brücke gestreift hatte. Nach bisherigen Berichten waren beide Triebwerke ausgefallen. Die Piloten hätten kurz vor dem Absturz versucht, die Propellerturbinen neu zu starten, wie die Flugsicherheitsbehörde im Februar mitgeteilt hatte. Nachdem der erste Triebwerksausfall kurz nach dem Start gemeldet worden war, soll knapp eine Minute später die zweite Turbine ausgesetzt haben - soweit die Berichte. Danach hätten die Piloten vergeblich versucht, die Triebwerke wieder zu starten. Ein Grund für den Ausfall war bisher nicht bekannt. Auch dass das zweite Triebwerk absichtlich ausgestellt wurde, hatten Ermittler in Betracht gezogen - ohne einen Grund dafür zu erkennen. An ein Versehen dachte niemand.

Auch der Pilot befand sich unter den Opfern. Wie nun bekannt wurde, hat er erhebliche Mitschuld an dem Unglück - er soll offenbar versehentlich das zweite Triebwerk abgeschaltet haben, wie bbc.com mit Verweis auf den nun veröffentlichten Untersuchungsbericht schreibt. "Wow, ich habe den falschen Hebel gezogen", soll der Pilot laut Stimmrekorder demnach noch gesagt haben. Offenbar hatte er das erste, defekte Triebwerk abstellen wollen. Mit einem funktionierenden Triebwerk wäre eine kontrollierte Notlandung eventuell möglich gewesen. Der Pilot soll laut taiwanesischen Medien als "schusselig" gegolten haben. Er soll Sicherheitsprotokolle ohne besondere Sorgfalt abgearbeitet haben und bei einer Übung in einem Flugsimulator durchgefallen sein. Die Kollegen sollen ihn als "nervös und fahrlässig" beschrieben haben.

Taipehs Bürgermeister Mayor Ko Wen-Je hatte den Piloten noch für seine Manöver gelobt: „Wir müssen ihm wirklich danken“, hatte Ko im Februar gesagt. Dem Flugkapitän sei es gelungen, das Verkehrsflugzeug an den Wohnhäusern in dem Stadtviertel vorbei in den Fluss zu steuern. Hätte die Maschine ein Haus getroffen, wären noch viel mehr Menschen ums Leben gekommen.

Der Überlebende Huang Jin-sun erzählte im Krankenhaus, er habe kurz vor dem Absturz ein mulmiges Gefühl gehabt. „Das Triebwerk fühlte sich merkwürdig an“, hatte der 72-Jährige dem Fernsehsender ETTV gesagt. Er habe ein seltsames Geräusch gehört.

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