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Berliner Firma ist Eigentümer : Dortmund räumt Hochhauskomplex wegen Brandgefahr

Wegen Brandgefahr soll noch heute in Dortmund ein Hochhaus evakuiert werden. 800 Menschen sind betroffen. Das Haus gehört einem Berliner Unternehmen.

In dem Hochhauskomplexes Hannibal II in Dortmund-Dorstfeld leben fast 800 Menschen. Foto: picture alliance / Marcel Kusch/
In dem Hochhauskomplexes Hannibal II in Dortmund-Dorstfeld leben fast 800 Menschen.Foto: picture alliance / Marcel Kusch/

Die Dortmunder Feuerwehr will einen großen Hochhauskomplex mit mehr als 400 Wohnungen wegen Brandgefahr an diesem Donnerstag räumen. Die Sicherheitsmaßnahme diene dem Schutz der dort lebenden Mieter und sei laut Beschluss des Krisenstabes unumgänglich, teilte die Stadtverwaltung am Donnerstag mit.

Die Räumung des großen Hochhauskomplexes Hannibal II in Dortmund-Dorstfeld betrifft fast 800 Menschen. Das teilte die Stadt am Donnerstag mit. Sie begründet die kurzfristige Evakuierung mit Problemen beim Brandschutz in der Tiefgarage und mit fehlenden Rettungswegen.

Mehrere Hundert Helfer sollen im Einsatz sein

Die Stadt Dortmund will so schnell wie möglich Ersatzwohnungen suchen. Der Leiter des Krisenstabes, Ludger Wilde, machte am Donnerstag in einer Pressekonferenz zugleich deutlich, dass dies nicht über Nacht erreichbar sein werde. „Wir werden nicht jetzt sagen können, dass wir bis Freitag 400 Haushalte in Wohnungen unterbringen können“. Bei der aus Brandschutzgründen nötigen umgehenden Evakuierung wolle man den betroffenen Mietern aber so wenig Umstände wie möglich bereiten.

Die Evakuierung sollte am Donnerstagabend um 19.00 Uhr beginnen. Die betroffenen Bewohner, die keine eigene Ausweichmöglichkeit hätten, kämen zunächst in eine Leichtathletikhalle, die Helmut-Körnig-Halle, die übergangsweise als Notquartier diene. Mehrere Hundert Helfer sollen im Einsatz sein.

Für Kinder werde der Unterricht, falls erforderlich, in einer anderer Schule ermöglicht. Die Stadt geht davon aus, dass unter den betroffenen Bewohnern des Hochhauskomplexes auch viele Studenten sind, die in kleinen Wohnungen leben. Der Mieterverein vermutet, dass auch Flüchtlinge in dem Hochhaus Wohnungen angemietet hatten und eingezogen waren.

Eigentümer ist die Berliner Firma Intwon GmbH

Dem Eigentümer des Dortmunder Hochhauses gehört auch das vor einigen Wochen evakuierte Hochhaus in Wuppertal. Das bestätigte eine Pressesprecherin des Berliner Eigentümers Intown GmbH. Der Mieterverein Dortmund hat die Räumung als „dramatisch“ bezeichnet. Viele Instandhaltungsmaßnahmen seien in dem Haus vernachlässigt werden, sagte Geschäftsführer Rainer Stücker.

In Wuppertal waren 86 Wohnungen betroffen, von denen allerdings einige leer standen. Die Stadtverwaltung Wuppertal begründete die Entscheidung mit neuen Erfahrungen aus dem Hochhausbrandes in London (Grenfell Towers) in London. Der Brand mit mindestens 81 Toten habe eine Neubewertung des Risikos auch in Wuppertal nötig gemacht.

Überprüfungen nach verheerendem Brand in London

In Kenntnis des Londoner Feuers habe Gefahr für Leib und Leben bestanden, sagte Wuppertals Baudezernent Frank Meyer damals. Nachdem die Eigentümer die brennbare Kunststoff-Fassade an den Treppenhäusern und Laubengängen entfernte, durften die Bewohner einen Monat später in ihre Wohnungen zurück.

Die Stadt Duisburg hat im Juli wegen mangelnden Brandschutzes drei Gebäude in einer Hochhaussiedlung vorübergehend räumen lassen. Rund 100 Menschen aus 22 Wohnungen waren betroffen. (dpa)


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