Berufsorientierung : Die Qual mit der Berufswahl

Der „Berufe-Checker“ auf www.handwerk.de/deine-zukunft-im-handwerk bietet af pfiffige Weise eine erste Orientierung.

Victoria Martin

Berufsorientierung? Wenn man das schon immer hört! Woher soll ich denn wissen, was die geeignete Arbeit für mich ist? Es gibt doch so viele Möglichkeiten! Um das Dickicht etwas zu lichten, gibt es den Berufe-Checker des Zentralverbands des Deutschen Handwerks im Internet, mit dem man kinderleicht aus 130 Ausbildungsberufen die für einen selbst interessantesten finden kann. Der Clou: Man muss dazu nur fünf Regler bewegen.

Die Kategorien sind modern formuliert: Mag ich es eher, indoor (drinnen) oder outdoor (draußen) zu arbeiten? Bin ich eher technikaffin oder künstlerisch veranlagt? Bin ich ein Multi- oder ein Singleplayer (teamfähig oder nicht)? Soll die Arbeit federleicht oder tonnenschwer sein? Und lieber mit Kunden oder mit Maschinen zu tun haben? Das ist schon alles was der Checker von mir wissen will.

Also los: Den ersten Regler nach links, ich arbeite nämlich lieber drinnen. Regler Nummer zwei rutscht ganz nach rechts, technisch begabt bin ich leider überhaupt nicht, dafür künstlerisch. Ob ich lieber alleine oder im Team arbeite, kann ich nicht genau sagen, also bleibe ich bei der goldenen Mitte. Noch dazu bin ich ein ganz schwacher Mensch, schwupps, der Regler rutscht ganz in Richtung federleicht, weit weg von tonnenschwer. Zum Schluss gebe ich ein, dass ich am liebsten mit Kunden arbeite und nicht mit Maschinen. Fertig!

Elf Berufsvorschläge macht mir der Test insgesamt, davon einige in Rot: Maßschneiderin klingt gut, aber auch Maskenbildnerin und Edelsteingraveurin. Aber wie soll man sich dazwischen bloß entscheiden? Der Berufe-Checker liefert zur weiteren Orientierung genauere Informationen zu den jeweiligen Ausbildungsprofilen.

Natürlich ist das Ergebnis nur ein erster Anhaltspunkt, der eine ungefähre Richtung vorgibt. Weitere Informationen zu den möglichen Berufen gibt es auch an vielen anderen Stellen, etwa bei der Arbeitsagentur (siehe Infokasten). Auch das Handwerk tut noch mehr, denn das Berufsangebot ist in diesem Bereich mittlerweile enorm gestiegen. „Der Berufe-Checker ist ein Element der bundesweiten Imagekampagne des Handwerks, die seit 2010 unter anderem das zentrale Ziel verfolgt, Jugendliche über die Ausbildungs- und Karrieremöglichkeiten im Handwerk zu informieren und sie für diesen modernen und vielfältigen Wirtschaftsbereich zu interessieren“, sagt Miriam Melanie Köhler, Referentin aus der Pressestelle des Zentralverband des Handwerks.

Mit dem Berufe-Checker kann man indes auch herumspielen. Mit kleinen Veränderungen entdeckt man so vielleicht noch die ein oder andere Alternative. Wer genau das Gegenteil von dem einstellt, was stimmt, findet dagegen schnell heraus, was er wohl besser nicht in Erwägung ziehen sollte. Allen, denen die Selbsteinschätzung schwer fällt, bietet das Tool auch die Möglichkeit, den Zufall über die angebotenen Ausbildungsberufe entscheiden zu lassen. Demnach sollte ich Schornsteinfegerin werden – interessant.

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