Bestattung : "Scottys" Asche ins All geschossen

Der letzte Wunsch von James Doohan, besser bekannt als Bordingenieur "Scotty" in der Fernsehserie "Raumschiff Enterprise", ist endlich in Erfüllung gegangen: Eine Rakete der Firma Space Services schoss die Asche des Schauspielers ins Weltall.

Los Angeles - Angehörige, Freunde und Fans waren dabei, als die Rakete gegen neun Uhr morgens Ortszeit im US-Bundesstaat New Mexico gezündet wurde, um die Asche von rund 200 Menschen ins All zu bringen. Neben einer Kapsel mit Doohans Asche hatte die Rakete auch die Asche des Astronauten Gordon Cooper sowie von Buchhaltern, Ärzten, Musikern und anderen Liebhabern des Weltraums an Bord.

Doohans Witwe Wende hatte am Vortag bei einem Gedenkgottesdienst gesagt, ihr Mann wäre begeistert gewesen. "Er hätte selbst den Knopf gedrückt." Doohan war im Jahr 2005 im Alter von 85 Jahren gestorben. Seine Asche hätte schon im Dezember 2005 und dann im vergangenen Oktober ins All geschickt werden sollen, der Termin wurde aber jeweils verschoben.

Rückkehr per Fallschirm

Die Angehörigen zahlen 495 Dollar (rund 360 Euro) für die ungewöhnliche Bestattung. Die Kapseln bleiben laut der Firma Space Services (SSI) nicht im Weltraum, sondern segeln an einem Fallschirm wieder zur Erde zurück. Die Firma hatte schon die Asche von "Star-Trek"-Erfinder Gene Roddenberry und US-Schriftsteller Timothy Leary ins All befördert. Ab 2009 will sie die Asche von Toten für immer ins ferne All schießen; diese Dienstleistung soll dann bis zu 12.500 Dollar kosten.

Doohan spielte über fünf Jahrzehnte in rund achtzig Filmen und Fernsehfilmen mit. Weltberühmt wurde er durch die Rolle des "Scotty": Den Bordingenieur verkörperte er in mehr als 700 Folgen der Fernsehserie und in zehn "Raumschiff Enterprise"-Filmen. Nicht nur bei Fans wurde der Befehl der Besatzungsmitglieder an ihn zum geflügelten Wort: "Beam' mich hoch, Scotty." (tso/AFP)

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