Welt : Beta-Carotin: Safthersteller sollen auf den Farbstoff verzichten

ire

Die oberste deutsche Verbraucherschutzbehörde hat die Nahrungsmittelhersteller aufgefordert, auf die Beimischung von Beta-Carotin in Vitamingetränken zu verzichten. Nach Informationen des Handelsblatts reagiert das Bundesinstitut für gesundheitlichen Verbraucherschutz und Veterinärmedizin (BgVV) damit auf Studien, nach denen ein Konsum von größeren Mengen Beta-Carotin besonders bei Rauchern krebsfördernd wirken kann. Besonders in den beliebten A-C-E-Getränken finden sich hohe Konzentrationen von Beta-Carotin (Provitamin A). Fruchtsaft-Produzenten, die A-C-E-Getränke mit nach Ansicht des BgVV bedenklichen Provitamin-A-Anteilen im Sortiment haben, wollten sich gegenüber dem Handelsblatt offiziell nicht äußern. Der Bund für Lebensmittelrecht und Lebensmittelkunde (BLL) hält die Haltung des BgVV für widersprüchlich, einerseits einen Verzicht von Beta-Carotin zu fordern und andererseits Höchstmengen zu empfehlen. Ein völliger Verzicht sei nicht gerechtfertigt, zumal der Zusatz von Beta-Carotin nach geltendem EG-Recht und nationalem Recht als Farbstoff grundsätzlich weiterhin ohne Einschränkungen möglich sei. Auch habe der Wissenschaftliche Lebensmittelausschuss der EU (SCF)in seiner Stellungnahme vom September 2000 gegenüber einem Einsatz von Beta-Carotin als Farbstoff keine Bedenken geäußert. Darüber hinaus würde dies eine nicht hinnehmbare Diskriminierung inländischer Hersteller bedeuten.

Auf die Aufforderung der Verbraucherschutzbehörde an die Hersteller von Ende Januar hatten die Fruchtsaftproduzenten zunächst nicht reagiert. Der Verband der deutschen Fruchtsaft-Industrie will zuvor die Interpretation der Ergebnisse des Wissenschaftlichen Lebensmittelausschusses der EU klären. "Hierüber werden wir sowohl mit der Behörde als auch mit dem Verbraucherschutzministerium Gespräche führen", erklärt Verbandsgeschäftsführer Karsten Sennewald gegenüber dem Handelsblatt. Anfang April findet ein erstes Treffen des Verbandes mit Vertretern des Verbraucherschutzministeriums und der Behörde statt.

Anlass für die Verzichtsempfehlung des BgVV war eine Stellungnahme des Wissenschaftlichen Lebensmittelausschusses (SCF) der Europäischen Union. Der SCF hatte nach Angaben der deutschen Verbraucherschutzbehörde seine Empfehlung für die unbedenkliche tägliche Aufnahme von Provitamin A von bisher 5 Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht widerrufen und zur Vorsicht bei der Verwendung des Inhaltsstoffes geraten. Provitamin A, das in Form von Beta-Carotin natürlicher Bestandteil von Obst und Gemüsesorten (Karotten) ist und auch synthetisch hergestellt wird, gilt eigentlich als Krebs hemmend. Doch in einer Dosierung von insgesamt mehr als 20 Milligramm täglich, so beruft sich das BgVV auch auf neuere Studien, trete bei starken Rauchern genau der gegenteilige Effekt ein. "Bei starken Rauchern wurde sowohl ein Anstieg der Lungenkrebsrate als auch ein Anstieg der Todesfälle bei bestehenden Herz-/Kreislauferkrankungen beobachtet", berichtet BgVV-Sprecherin Irene Lukassowitz. Deshalb fordert das Bundesinstitut die Hersteller auf, bis zur Festsetzung von Höchstmengen auf EU-Ebene isoliertes Beta-Carotin, das vor allem in so genannte A-C-E-Getränke gemischt wird, nicht zu verwenden. Die kritische Dosis Beta-Carotin könne unter Umständen schon durch den Genuss eines halben Liters A-C-E-Saft erreicht werden. Dabei sei es unerheblich ob das Beta-Carotin synthetischen oder natürlichen Ursprungs sei. Unbedenklich sei dagegen die Aufnahme kleinerer Beta-Carotin-Mengen, die als Lebensmittelfarbe etwa bei Margarine oder Limonaden Verwendung finden. Die Erkenntnis, dass Beta-Carotin bei starken Rauchern Krebs fördernd sein kann, ist nicht neu. Bereits 1998 hat das BgVV Rauchern empfohlen, auf Beta-Carotin-haltige Präparate zu verzichten. Ausgangspunkt war eine ATBC-Krebspräventionsstudie, die 1996 vom US-amerikanischen National Cancer Institute veröffentlicht worden war. -Kiew/Budapest (dpa). Beim schlimmsten Hochwasser seit Jahren sind in der Westukraine im Grenzgebiet zu Ungarn mindestens fünf Menschen ums Leben gekommen. Mehr als 35 000 Menschen seien vor den steigenden Fluten am Fuß der Karpaten in Sicherheit gebracht worden, teilte das Ministerium für Katastrophenschutz in Kiew mit. Am Oberlauf der Theiß auf ungarischem Gebiet hingegen fielen die Pegel.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben