Bevölkerungswachstum : Jetzt leben sieben Milliarden Menschen auf der Erde

Die Uno hat am Montag symbolisch den siebenmilliardsten Mensch der Welt begrüßt: Die kleine Danica wurde auf den Philippinen geboren. Das rasante Weltbevölkerungswachstum verschärft nicht nur die Armut.

von
"Sie sieht so süß aus." Danica, der siebenmilliardste Erdenbürger ist da.
"Sie sieht so süß aus." Danica, der siebenmilliardste Erdenbürger ist da.Foto: AFP

Zwei Minuten vor Mitternacht erblickte die kleine Danica May Camacho das Licht der Welt. Im Kreissaal in einem Krankenhaus von Manila waren unter anderen UN-Vertreter anwesend, die einen Kuchen mitbrachten. Auch der sechsmilliardste Mensch, die heute zwölfjährige Lorrize Mae Guevarra, nahm an dem Ereignis teil.

"Sie sieht so süß aus“, sagte die Mutter des Babys, Camille Dalura. „Ich kann gar nicht glauben, dass sie der siebenmilliardste Mensch der Welt ist.“ Anlässlich des Ereignisses erhielt das Kind ein Stipendium für ein späteres Studium, die Eltern bekommen finanzielle Unterstützung zum Aufbau eines Geschäfts. Das Baby ist eines von mehreren, die weltweit symbolisch zum siebenmilliardsten Mensch erklärt werden.

Das Wachstum findet fast ausschließlich in den Entwicklungsländern statt. Allein in Afrika wird sich die Bevölkerung von heute 1,02 Milliarden auf voraussichtlich knapp 3,6 Milliarden Menschen im Jahr 2100 mehr als verdreifachen.

„Wir müssen diesem Kind und seiner ganzen Generation eine lebenswerte Zukunft geben“, mahnt UN-Generalsekretär Ban Ki Moon.

Doch das Mädchen wird in eine Welt hineingeboren, die schon heute nicht in der Lage ist, Hunderten Millionen Menschen eine erträgliche Existenz zu garantieren. Die Zahl der Hungernden stieg nach Angaben der UN-Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation FAO zwischen 2008 und 2010 von 850 Millionen auf 925 Millionen. Rund eine Milliarde Menschen fristen ein Leben in extremer Armut mit einem Einkommen von weniger als 1,25 US-Dollar pro Tag.

Besonders entmutigend sind die Zukunftsperspektiven der heranwachsenden Generation: Nach sehr konservativen Schätzungen der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) finden 75 Millionen oder 13 Prozent der jungen Menschen im Alter von 15 bis 24 Jahren keinen Job. Die Dunkelziffer liegt sehr viel höher. „Millionen Jugendliche rund um die Welt fühlen Frust und Wut“, betont ILO-Direktor Manuel Salazar-Xirinachs.

Mit der Bevölkerung wächst die Armut

Und die Weltbevölkerung wächst immer weiter. Ende der neunziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts lebten nach UN-Schätzungen sechs Milliarden Menschen auf der Welt. Nun sollen es sieben Milliarden sein. Und am Ende des 21. Jahrhunderts könnten sich nach Schätzungen der UN zehn Milliarden Männer, Frauen und Kinder auf dem Planeten drängen. Möglich ist aber auch ein Anschwellen auf 15 Milliarden Erdenbewohner – falls die Fruchtbarkeitsdaten in den Ländern, in denen sie heute hoch sind, nicht sinken.

„Die Bevölkerung wächst in den Ländern besonders schnell, in denen die Menschen sehr arm sind“, erläutert die Deutsche Stiftung Weltbevölkerung. So könnte sich die Zahl der Einwohner in den 50 ärmsten Ländern der Welt (LDC) von heute mehr als 830 Millionen auf 2,7 Milliarden im Jahr 2100 mehr als verdreifachen. „Die starke Bevölkerungszunahme bringt enorme Herausforderungen mit sich, der Druck auf die Gesundheits- und Bildungssysteme wird steigen, und die Ernährungslage wird schlechter“, betonen die Experten der DSW.

Lesen Sie auf Seite 2, welche politische Strategien sich aus dem Bevölkerungswachstum ergeben könnten

Seite 1 von 2
  • Jetzt leben sieben Milliarden Menschen auf der Erde
  • Seite
Artikel auf einer Seite lesen

15 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben