Welt : Bierschaum, Neandertaler und lange Finger

Bierschaum

Berlin. Mit gentechnisch veränderter Hefe will ein Berliner Mikrobiologe die Schaumkrone auf dem Bier stabilisieren. Professor Ulf Stahl von der Technischen Universität in Berlin versetzt dazu Bierhefe mit dem Gen namens LTP1, wie das Wissenschaftsmagazin "New Scientist" (Nr. 2232, S. 6) berichtet. Von dem LTP1-Eiweiß hängt nach Auskunft von Stahl die Stabilität des Schaumes ab. Zusätzliches Eiweiß aus der Gen-Hefe könnte die Haltbarkeit der Krone verlängern. Fett vom Lippenstift oder fettigen Speisen beschleunigen den Angaben zufolge die Auflösung des Schaums. Mit entsprechend veränderter Hefe könnte so viel Eiweiß produziert werden, dass dem Schaum selbst dieses Fett nichts mehr anhaben kann. Zudem würde die Schaumstabilität damit nicht mehr vom LTP1-Gehalt der verbrauten Gerste abhängen, der je nach Wetter im Sommer schwankt, sagte Stahl. Laut "New Scientist" will Stahl im Herbst sein erstes genmanipuliertes Bier brauen. Es würden jedoch Jahre vergehen, bevor die Erfindung in der Bierproduktion verwendet werden kann, hieß es. Die deutschen Brauereien haben sich gegen Bier mit gentechnisch veränderten Hefen ausgesprochen.

Neandertaler

Bonn/Glasgow. Jüngste Untersuchungsergebnisse von Erbmaterial machen es nach Expertenmeinung immer unwahrscheinlicher, dass der heutige Mensch vom Neandertaler abstammt. Neue britische Genanalysen zeigten, dass der moderne Mensch nicht direkt mit diesem Urmenschen verwandt sei, sagte Professor Hans-Eckart Joachim, Leiter der Abteilung Vorgeschichte am Rheinischen Landesmuseum in Bonn, wo seit Jahren zum Neandertaler geforscht wird. Forscher der Universität Glasgow hatten Erbgut-Abschnitte eines vor rund 29 000 Jahren gestorbenen Neandertaler-Kindes aus dem Nordkaukasus untersucht. Das Team um den Genetiker William Goodwin stellt die Studie in "Nature" vor.

Fingerlänge

Paris (AFP). Forscher der kalifornischen Universität Berkley wollen herausgefunden haben, dass zwischen der Länge der Finger und der sexuellen Orientierung des Menschen ein Zusammenhang besteht. Die Studie wurde in "Nature" veröffentlicht. Die Forscher fragten die Testpersonen nach ihrer sexuellen Orientierung und fanden heraus, dass der Längenunterschied zwischen Zeige- und Ringfinger bei homosexuellen Frauen und Männern geringer war als bei Heterosexuellen.

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