Bilanz 2016 : Deutsche spenden etwas weniger

Jeder Dritte gab 2016 Geld für gute Zwecke aus. Im Jahr zuvor waren es noch mehr - wegen des Erdbebens in Nepal und der Flüchtlingswelle.

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Banküberweisung für eine Spende (Foto vom 10.03.2007). Spenden ist eine Handlung, für die keine Gegenleistung erwartet wird.
Banküberweisung für eine Spende (Foto vom 10.03.2007). Spenden ist eine Handlung, für die keine Gegenleistung erwartet wird.epd-bild / Jochen Tack

Nach dem Spendenrekord im Jahr 2015 haben die Deutschen im vergangenen Jahr etwas weniger Geld für gute Zwecke ausgegeben. Privatleute spendeten rund 5,3 Milliarden Euro zugunsten kirchlicher und gemeinnütziger Organisationen. Das war das zweitbeste Ergebnis der vergangenen zehn Jahre, im Jahr 2015 wurden mehr als 5,5 Milliarden Euro eingenommen. Wegen der Fluchtwelle nach Europa und des Erdbebens in Nepal.

Laut der Studie „Bilanz des Helfens“ der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK), die jährlich im Auftrag des Deutschen Spendenrates erstellt wird, sank die Zahl der Spender vergangenes Jahr um 600 000 auf 22,1 Millionen Menschen, was einem Drittel der deutschen Bevölkerung entsprach. 40 Prozent der Spender waren mindestens 70 Jahre alt. In der Altersgruppe der 40- bis 49-Jährigen nahm das Engagement ab, in der Gruppe der unter 40-Jährigen nahm es zu.

Der Betrag einer durchschnittlichen Spende sank von 37 auf 35 Euro; die Spendenhäufigkeit stieg von 6,6 auf 6,7 Spenden pro Person. Positiv war außerdem die Bilanz für den Dezember: Im vergangenen Weihnachtsmonat summierten sich die Spenden auf 1,2 Milliarden Euro, was fast ein Viertel des Jahresvolumens ausmachte – und ein neuer Höchstwert war.

Weniger Geld für Katastrophen und Tierschutz

Die Verluste im ganzjährigen Spendenaufkommen betrafen vor allem die Not- und Katastrophenhilfe: Hier sanken die Einnahmen im Vergleich zum Vorjahr um 296 Millionen Euro auf 619 Millionen Euro. Die Höhe der Spenden für die Bereiche Umwelt- und Naturschutz sowie Kultur und Denkmalpflege stieg hingegen um fünf Millionen Euro. Auch das Engagement für Flüchtlinge verzeichnete einen leichten Anstieg: 31,9 Millionen Menschen (47,2 Prozent) engagierten sich für Flüchtlinge, 2015 waren es 31,8 Millionen (46,9 Prozent). Am ehesten halfen die Menschen mit Sachspenden; aber auch mit Geld und ihrer Zeit.

In die Hilfe für Flüchtlinge flossen im vergangenen Jahr 488 Millionen Euro. 57 Prozent davon galten deutschen, 43 Prozent internationalen Projekten. Der durchschnittliche Betrag von 46 Euro war höher als der generelle Durchschnittswert von 35 Euro. Außerdem beteiligen sich für Geflüchtete mehr junge Menschen als in anderen Bereichen.

Keine Erbschaften oder Großspenden mitgezählt

Die GfK-Befragung zeigte auch, dass die Befürchtungen, die eigene Bevölkerung würde durch Flüchtlinge benachteiligt werden, etwas geringer war als im Jahr 2015. Wenn, dann glaubten dies eher Ältere als Jüngere. Gleichzeitig stieg die Zustimmung zu der These, dass Deutschland die große Zahl an Flüchtlingen aufnehmen und integrieren könne.

Für die „Bilanz des Helfens“ werden 10 000 Teilnehmer regelmäßig schriftlich befragt. Als Spenden zählen dabei private Geldspenden an gemeinnützige Organisationen und Kirchen. Nicht enthalten sind hingegen Erbschaften und Unternehmensspenden, Spenden an politische Parteien und Großspenden von mindestens 2500 Euro.

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